
Nachhaltig durch den Winter mit innovativer Streutechnik und Elektromobilität
LANDKREIS KONSTANZ – Moderne Salzsole-Technologie, erneuerbare Energien und ein zunehmend elektrischer Fuhrpark: Das Straßenbauamt des Landkreises Konstanz modernisiert den Straßenbetriebsdienst und verbindet Verkehrssicherheit mit Ressourcenschonung.
Ein Winterdienstfahrzeug, das bei strahlendem Sonnenschein Salz auf die Straße bringt? Was zunächst ungewöhnlich erscheint, ist Teil einer umweltschonenden Winterdienststrategie. Der Landkreis Konstanz setzt künftig verstärkt auf die sogenannte FS-100-Technik. Dabei wird flüssige Salzsole vorbeugend auf die Fahrbahn aufgebracht, um Glätte möglichst zu verhindern und den Streusalzverbrauch zu senken.
Die Abkürzung FS steht für Feuchtsalz: Bei FS-100 wird ausschließlich Salzsole ausgebracht, bei FS-30 besteht das Streugut aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Salzsole. Bei der FS-100-Technik verdunstet das Wasser bei geeigneter Witterung und hinterlässt einen gleichmäßig verteilten Salzfilm. Dieser haftet gut auf der Fahrbahn und wirkt der Entstehung von Glätte frühzeitig entgegen. So kann der Winterdienst vorausschauender agieren und die benötigte Salzmenge reduzieren. Das entlastet Böden, Gewässer und die Vegetation entlang der Straßen. Auch auf den Radwegen im Landkreis kommt die FS-100-Technik zum Einsatz. Wegen des geringeren Abriebs kann der feine Salzfilm dort Glätte besonders schnell bekämpfen.
Um die Solestreutechnik nutzen zu können, wurden die Straßenmeistereien im Landkreis modernisiert. Insgesamt sieben Fahrzeuge wurden schon mit FS-100-Streuern ausgerüstet. Außerdem weihte die Straßenmeisterei Radolfzell bereits 2025 eine moderne, durch den Bund finanzierte Anlage zur Herstellung von Salzsole ein. Sie verfügt über eine Lagerkapazität von 100 Kubikmetern. 2026 investierte der Landkreis in eine vergleichbare Anlage in der Straßenmeisterei Welschingen. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, künftig verstärkt auf die sogenannte FS-100-Streuung zu setzen.
Bei starkem Schneefall oder anderen Witterungsbedingungen, für die eine reine Solestreuung nicht geeignet ist, kommt weiterhin die FS-30-Technik zum Einsatz. Durch die Kombination beider Verfahren kann der Winterdienst flexibel auf unterschiedliche Wetter- und Straßenverhältnisse reagieren.
Doch nicht nur beim Winterdienst setzt die Straßenmeisterei Radolfzell auf moderne Technologien. Der Standort wurde und wird mithilfe von Bundesmitteln umfassend modernisiert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von mehr als 70 Kilowatt und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 45 Kilowattstunden tragen zu einer nachhaltigeren Energieversorgung bei. Auch die Elektromobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung: Zum Fuhrpark gehören bereits drei vollelektrische Fahrzeuge. Außerdem ist die Installation einer eigenen Schnellladestation auf dem Betriebshof vorgesehen.
Der Straßenbetriebsdienst des Landkreises Konstanz umfasst zwei Straßenmeistereien in Radolfzell und Welschingen, einen Stützpunkt in Stockach sowie zusätzliche Salzhallen in Hohenfels und an der B 33. Von diesen Standorten aus betreuen die Mitarbeitenden rund 750 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie etwa 150 Kilometer Radwege.