2700 Jahre altes Grab im Hegau entdeckt

LANDKREIS KONSTANZ – Bei der Überwachung von Bauarbeiten in Engen-Welschingen hat die Kreisarchäologie des Landratsamtes Konstanz Anfang Juni ein Grab aus der frühen Eisenzeit entdeckt. Der Fund kam in der Dorf­straße im Gartenbereich eines zuvor abgerissenen Bauernhauses direkt unter der Humusschicht zum Vorschein.

Genannte Personen vor Baugrube, Pavillion und Schaufelbagger im Hintergrund
Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald (r.) und Grabungstechniker Björn Schleicher beim Dokumentieren eines Brandgrabes aus der frühen Eisenzeit (ca. 800 – 600 v. Chr.) in Engen-Welschingen. Bildnachweis: Landratsamt Konstanz

Bereits vor knapp 100 Jahren war dort beim Ausgraben eines Fundaments ein Brandgrab aus der ausgehenden Bronzezeit entdeckt worden. In dem Grab standen sechs Keramikgefäße. Aufgrund dieser etwa 3000 Jahre alten bekannten Funde begleitete die Kreisarchäologie die Erdarbeiten für ein neues Mehrfamilienhaus.

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald und Björn Schleicher legten die etwa 70 cm auf 95 cm große Grabgrube frei, während die weiteren Baggerarbeiten fort­geführt werden konnten. In dem Grab kamen die Scherben von mindestens sechs Keramikgefäßen zutage. In einem waren die verbrannten Knochen­reste des oder der Toten beigesetzt. Ein verzierter Teller, Trinkschälchen sowie Tierknochen von einer Speisebeigabe zeigen, dass man die bestattete Person für das Jenseits mit Verpflegung ausgerüstet hat.

„Anhand der Verzierungen auf den zerscherbten Keramikgefäßen, können wir das Grab in die Zeit der frühen Kelten, zwischen 800 und 600 v. Chr., einordnen,“ so die erste Einschätzung durch Dr. Hald. „Das neue Grab legt zusammen mit dem Altfund von 1930 nahe, dass im Ortszentrum von Welschingen offenbar immer wieder im ersten Jahrtausend v. Chr. Menschen bestattet wurden. Wo die zugehörige Siedlung war, wissen wir noch nicht. Die eisenzeitlichen Siedlungsfunde im nahgelegenen Baugebiet „Guuhaslen“ sind etwas jünger“.

Die Bergung des Grabes konnte bereits am Folgetag abgeschlossen werden. Verzögerungen für die Bauarbeiten entstanden nicht. Die Funde werden nun für die Restaurierung an das Landesamt für Denkmalpflege übergeben.