
Gemeinsam für mehr Hitzeschutz im Landkreis
LANDKREIS KONSTANZ – Die Städte Konstanz, Singen und Radolfzell starten gemeinsam mit dem Landkreis Konstanz eine Initiative zum Schutz vor Hitze. Ziel ist es, Einrichtungen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich stärker zum Thema Hitzeschutz zu sensibilisieren und besonders gefährdete Menschen besser zu erreichen.
Die zunehmende Belastung durch Hitzeperioden bringt für viele Menschen gesundheitliche Risiken mit sich. Besonders Kleinkinder, Schwangere, chronisch kranke sowie ältere Menschen reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Institutionen, die regelmäßig mit ihnen in Kontakt stehen, spielen deshalb eine wichtige Rolle beim Schutz vor Hitze.
Die gesundheitlichen Risiken von großer Hitze werden von vielen Menschen oft unterschätzt. Umso wichtiger ist die frühzeitige Sensibilisierung von Einrichtungen, die regelmäßig mit besonders schutzbedürftigen Personen arbeiten, damit sie rechtzeitig einfache Schutzmaßnahmen ergreifen können. Die Städte Konstanz, Singen und Radolfzell sowie der Landkreis Konstanz möchten auf das Thema mit der gemeinsamen Initiative „Hitze und Gesundheit“ aufmerksam machen und den Hitzeschutz in der Region weiter stärken.
Im Fokus der Initiative stehen unter anderem Arztpraxen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Kindertagesstätten und Sportvereine. Sie haben einen direkten Kontakt zu besonders hitzeempfindlichen Personen und können bereits mit einfachen Maßnahmen zu deren Schutz beitragen. So können Apotheken ihre Kundinnen und Kunden beispielsweise verstärkt über mögliche Wechselwirkungen zwischen Hitze und bestimmten Medikamenten informieren. Kindertagesstätten können darauf achten, dass Schlafräume während Hitzephasen vorübergehend in besser beschattete Räume verlegt werden.
Seit Beginn der warmen Jahreszeit treten die beteiligten Städte mit Institutionen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich in Kontakt und informieren diese über konkrete Handlungs- und Präventionsmöglichkeiten. Neben der Ansprache der jeweiligen Zielgruppen geht es auch um einrichtungsspezifische Maßnahmen.
Weitere Informationen werden auf der Website des Landkreises zur Verfügung gestellt: https://www.lrakn.de/umwelthygiene
Hintergrundinformationen:
Im Landkreis Konstanz nehmen Hitzeperioden zu. Im Jahr 2025 gab es im Landkreis Konstanz 16 Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und im Durchschnitt 17,3 „heiße Tage“ >30°C Tageshöchsttemperatur. In der Referenzperiode (1961-1990) wurden durchschnittlich 3,1 „heiße Tage“ registriert.
Insbesondere in dicht bebauten Bereichen kann sich Hitze besonders stark stauen – der sogenannte städtische Wärmeinsel-Effekt. Dieser kann dazu führen, dass die Temperaturen in den Innenstädten nochmals um bis zu 10°C wärmer sind als im unbebauten Umland.
Hohe Temperaturen können den menschlichen Körper stark belasten. Es kann zu Kreislaufproblemen, Flüssigkeitsmangel, Schlafstörungen oder einer Verschlechterung bestehender Atemwegs- und Herz-KreislaufErkrankungen kommen. Hitzeperioden führen folglich regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Für das Jahr 2025 geht das Robert Koch Institut von 2.500 hitzebedingten Todesfällen in Deutschland aus. Dies entspricht circa einem Drittel der hitzebedingten Todesfälle extremerer Jahre der jüngeren Vergangenheit (2015, 2018, 2019) und liegt deshalb auch unterhalb des Durchschnitts der vergangenen 10 Jahre liegt. Gleichzeitig haben sich die durchschnittlichen geschätzten Todesfälle durch Hitze in Deutschland im jeweils zurückliegenden 10 Jahres-Zeitraum zwischen 2014 und 2024 nahezu verdoppelt.
