
ACHTUNG Borkenkäfer im Anflug - Was Sie als Waldbesitzer jetzt unbedingt beachten sollten!
Es ist wieder so weit, spätestens mit dem Erblicken der ersten roten Fichten in den Wäldern müsste jedem wieder klar sein - die Borkenkäfersaison hat wieder gestartet. In diesem Jahr Gottseidank, deutlich verspätet als wie man es aus den vergangenen Jahren zum Teil noch kennt! Nichtsdestotrotz ist auch jetzt wieder die Käferkontrolle im eigenen Wald wichtig, um den Wald vor weiteren Schäden zu schützen.
Wenn von „dem Borkenkäfer“ in den Medien berichtet wird, dann wird damit ausschließlich immer die Art Ips typographus - der Buchdrucker gemeint. Der Buchdrucker ist ein Primärschädling an der Fichte und kann bei entsprechend hohem Aufkommen dafür sorgen, dass zusammenhängende Fichtenbestände innerhalb kürzester Zeit absterben. Als Eintrittspforte in solche Bestände dienen vor allem in den Frühjahrsmonaten frisches, nicht aufgearbeitetes Sturmholz, welches für den Käfer besonders attraktiv ist.
Woran erkenne ich, dass mein Wald durch den Buchdrucker befallen ist?
- Bohrmehlansammlungen auf der Rinde und am Stammfuß
- Kreisrunde Einbohrlöcher, circa 3 mm groß
- Verstärkter Harzfluss kann ein Hinweis auf einen Befall darstellen
- Spuren von Spechtaktivität
- Abgefallene grüne Nadeln
- Rot werdende Nadeln am Baum mitten im Sommer
Was kann ich als Waldbesitzer tun?
Um einen möglichen Befall im Wald schnellstmöglich einzudämmen ist vor allem ein frühzeitiges identifizieren der sogenannten „Befallsherde“ notwendig. Eine regelmäßige Kontrolle der eigenen Fläche kann mit einem Sonntagsspaziergang durch den eigenen Wald gut kombiniert werden. Gerade zu Zeiten mit Temperaturen über 30 ° Celsius kann es im Wald eine wahre Abkühlung sein sich dort aufzuhalten. Dabei reicht eine Kontrolle einmal pro Woche aus. Gehandelt werden sollte allerdings rasch, je nach Witterung kann es nur sechs bis zehn Wochen dauern, bis die nächste Generation an Käfern sich auf den Weg macht. Von einem Weibchen kann innerhalb von 3 Generation mehr als 100.000 Nachkommen pro Jahr entstehen.
Sollte ein Befallsherd identifiziert worden sein, so muss der befallene Baum rasch gefällt und aufgearbeitet werden. Durch eine anschließend schnelle Abfuhr ins Sägewerk können die Käfer aus dem Wald gebracht werden. Ist eine Abfuhr zeitnah nicht möglich, so kann der weitere Befall des Buchdruckers durch das Entrinden der gefällten Bäume eingedämmt werden. Auch eine Lagerung der befallene Bäume 500 Meter weit weg vom nächsten Fichtenbestand, zum Beispiel auf einer Wiese, kann dafür sorgen, dass eine weitere Ausbreitung verhindert wird. Nur als Ultima Ratio sollte eine Spritzung der Bäume in Erwägung gezogen werden.
Ist der Käfer bereits aus dem befallenen Stamm ausgeflogen, so besteht von diesem keine Gefahr für eine weitere Ausbreitung mehr.
Neben der Prävention vor weiterem Käferbefall ist auch der Wertverlust des Käferholzes ein wichtiger Grund, weshalb das Holz zügig aus dem Wald gebracht werden sollte. Durch Verfärbungen des Holzes, hervorgerufen durch einen Pilz, welcher mit dem Buchdrucker in das Holz eingeschleppt wird, kommt es zu Qualitätsverlusten. Auch das Abplatzen der Rinde und einer zu schnellen Austrocknung des Holzes, verbunden mit Trockenrissen, führt zu verminderter Qualität und damit zu einem wirtschaftlichen Verlust.
Sollten Sie in Ihrem Wald Käferbefall festgestellt haben, so steht Ihnen Ihr örtlich zuständiger Revierleiter (siehe Übersicht der Forstreviere) gerne für eine Beratung und Betreuung bereit!


