
Landkreis und Universität Konstanz würdigen wissenschaftliche Arbeit und demokratisches Engagement
Am Donnerstag, 29. Januar 2026, verlieh der Landkreis Konstanz im Landratsamt den Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Konstanz – eine Auszeichnung, die der Landkreis seit fast vier Jahrzehnten vergibt. Erstmals wurde die Verleihung mit der Übergabe des neu geschaffenen Preises der Universität Konstanz für studentisches Engagement und Demokratieförderung verbunden.
Der Wissenschaftspreis des Landkreises Konstanz wurde von Philipp Gärtner, Erster Landesbeamter des Landkreises, im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes überreicht. Der Landkreis vergibt den Preis bereits seit 1987 und setzt damit ein dauerhaftes Zeichen für die Förderung herausragender Forschung an der Universität Konstanz. Die Auszeichnung ist Ausdruck der Wertschätzung des Landkreises für die Arbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses und für den Stellenwert der Universität als Motor für Bildung, Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt im Bodenseeraum.
In diesem Jahr zeichnete der Landkreis zwei herausragende Dissertationen aus, die beide mit dem Prädikat summa cum laude bewertet wurden. Dr. phil. Daniela Schuster erhielt für ihre Arbeit „Suspension of Judgment in Artificial Intelligence: Uncovering Uncertainty in Data-Based and Logic-Based Systems“ ein Preisgeld von 1.500 Euro. Dr. rer. soc. Ole Brüggemann wurde für seine Dissertation „Fortbestehende Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt. Wahrnehmungen von Verteilungsgerechtigkeit und beruflichem Aufstieg“ mit 500 Euro ausgezeichnet.
Die Auswahl der Preisträgerin und des Preisträgers erfolgte durch ein Kuratorium, das mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität Konstanz sowie mit Kreisrätinnen und Kreisräten des Landkreises besetzt ist. Die Jury würdigte beide Arbeiten als gleichermaßen prämierungswürdig. „Mit diesem Preis honoriert der Landkreis außergewöhnliche Forschungsleistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die nicht nur fachlich exzellente Arbeiten vorgelegt, sondern auch wichtige Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft gesetzt haben“, betonte Philipp Gärtner bei der Preisverleihung.
Im Anschluss an die Vergabe des Wissenschaftspreises verliehen die Rektorin der Universität Konstanz, Prof. Dr. Katharina Holzinger, und der Präsident der Universitätsgesellschaft Konstanz e. V. (UGK), Björn Graf Bernadotte, erstmals den Preis für studentisches Engagement und Demokratieförderung. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt besonderes studentisches Engagement, das zur Beteiligungskultur und demokratischen Praxis an der Universität beigetragen hat. Grundlage der Entscheidung waren Kriterien wie Langfristigkeit, inhaltliche Relevanz, Eigenständigkeit, Vernetzung, Wirkung und Sichtbarkeit.
Der Demokratiepreis ging an die Initiative LakeMUN. Ausgezeichnet wurden Nazan ElHadidi, Jan Gehrmann, Jule Respondek, Casimir Zoch und Jakob Becker. LakeMUN hat ein weit über die Region hinaus sichtbares Forum geschaffen, in dem Studierende aus ganz Europa Demokratie, Diplomatie und globale Verantwortung praktisch erfahren. Die Auszeichnung macht studentisches Engagement sichtbar, das die Universität Konstanz als offenen Ort des demokratischen Austauschs prägt und zugleich international ausstrahlt.
„Demokratie ist nicht selbstverständlich. Die weltpolitischen Entwicklungen zeigen einmal mehr, dass wir uns für unsere Demokratie stark machen müssen. Aus diesem Grund haben die Universität und die Universitätsgesellschaft Konstanz ihren Preis für studentisches Engagement und Demokratieförderung ins Leben gerufen. Die erste Preisträgerin, die Initiative LakeMUN, verkörpert diese Werte in besonderer Weise“, betont Prof. Dr. Katharina Holzinger, Rektorin der Universität Konstanz.
Ein gemeinsamer Apéro im Anschluss bot Gelegenheit zum Austausch zwischen Preistragenden, Gästen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kreistag, Universität und Öffentlichkeit.
