Ausbildung in Teilzeit

Durch die Ausbildungsform in Teilzeit können verborgene Potentiale für den Arbeitsmarkt aktiviert werden. Die Ausbildung in Teilzeit ist eine Möglichkeit zur Fachkräftesicherung, die bisher wenig genutzt wird.

Grundlage ist der § 8 des Berufsbildungsgesetztes, der vorsieht, dass auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und des Ausbildenden die Ausbildungszeit gekürzt werden kann, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).

Eine Teilzeitausbildung kommt in Frage, wenn Auszubildende ein eigenes Kind oder zu pflegebedürftige Angehörige betreuen oder andere schwerwiegende Gründe vorliegen (Die Gründe wurden in einer Novellierung des Gesetzes zum 01.01.2020 aufgehoben).

Durch eine Berufsausbildung in Teilzeit können weitere Zielgruppen und ungenutzte Potenziale für den Arbeitsmarkt aktiviert werden. Die Ausbildung in Teilzeit ist eine der Möglichkeit zur Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung, die immer noch zu wenig beachtet und genutzt wird.

Grundsätzlich können alle anerkannten Ausbildungsberufe, die nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung betrieblich ausgebildet werden, auch in Teilzeit erlernt werden.

Die Dauer der Ausbildung wird in Abstimmung mit der zuständigen Kammer festgelegt.

Die regelmäßige Wochenarbeitszeit beträgt zwischen 25 –30 Wochenstunden einschließlich des Berufsschulunterrichts.

Eine Teilzeitausbildung eignet sich besonders für Auszubildende mit familiären Pflichten wie Kindererziehung oder Pflege Angehöriger; doch auch für Menschen mit Behinderungen, Lernbeeinträchtigungen oder Flucht- und Migrationshintergrund bietet eine Teilzeitausbildung viele Vorteile.

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