Ehrenamtliche Mitarbeiter des Pflegestützpunktes qualifizieren sich zum Thema Demenz und Sprache

Eine der folgenreichsten Erkrankungen im Alter ist die Entwicklung einer Demenz

Demenz ist eine altersbedingte Form des Vergessens. Für die Betroffenen und deren Angehörige ist das vor allem emotional eine enorme Belastung. Demente Patienten können ihre Situation nicht mehr so einordnen wie andere und sind zunehmend desorientiert. Sinnfrei erscheinende und befremdliche Sätze können zunächst nur schwer gedeutet werden.
 
Die Methode der Validation kann helfen, sich geschickt in die Welt derer zu begeben, die ansonsten kein anderer mehr versteht, um eine aus Sicht des Erkrankten „vernünftigen“ Dialog zu führen. Dabei ist es notwendig, sich auf die aktuelle Gefühlswelt einzulassen, in der sich der Patient gerade befindet. Je besser es dem Demenzpatienten geht, desto weniger geraten Angehörige seelisch an ihre Grenzen.
 
„Wir können einen Demenzpatienten nicht auf unsere Wahrnehmungs- und Realitätsebene holen, wir müssen uns auf seine begeben“, so Ulrike Traub, Fach-Referentin für dieses Thema, die im Auftrag der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement eine Schulung für ehrenamtliche Pflegelotsen im Herbst dieses Jahres im Bildungszentrum in Singen durchführte.
 
Pflegelotsen sind geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegestützpunktes, die im Landkreis Konstanz Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auch über einen längeren Zeitraum auf deren Wunsch begleiten. Die anerkennungswürdige Leistung der Angehörigen zu unterstützen und gleichzeitig den Willen der Pflegebedürftigen so weit wie möglich zu beachten und umzusetzen hat hier oberste Priorität.
 
„Die Schulung eröffnet für die Ehrenamtlichen neue Sichtweisen auf Menschen mit Demenz. Das aufgefrischtes Wissen und die Kompetenz der Pflegelotsen tragen zukünftig dazu bei, dass nicht nur dementiell Erkrankte besser verstanden werden sondern auch deren Angehörige entlastet werden“, so Annette Breitsameter-Grössl, Initiatorin des Pflegelotsendienstes und Fachstellenleitung für Bürgerschaftliches Engagement des Landkreises, „denn Ziel ist es, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange gut versorgt und selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung, dem eigenen Zuhause, verbleiben können.“
 
Weitere Informationen:
Annette Breitsameter-Grössl
Sozialdezernat
Fach- und Projektstelle für Bürgerschaftliches Engagement (BE)
Benediktinerplatz 1, 78467 Konstanz
Tel.: 07531-800/1783, annette.breitsameter-groessl@LRAKN.de

auf dem Foto:
von links nach rechts,
Ella v. Briel, Gabi Martin, Edith Furchner, Christine Greuter, Barbara Holtmann, Kerstin Kuhny, Martina Kloss, Annette Zeller, Ulrike Traub, Christa Aubele, Cornelia Pudor, Elfriede Rossel