Wie kann die Unterstützung durch einen Pflegelotsen aussehen?

Begleitung einer an Rheuma erkrankten Frau – gemeinsam statt einsam
Laut deutscher Gesellschaft für Rheumatologie e.V. leiden 1,5 Millionen Menschen, zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung, unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Rheuma umfasst als Oberbegriff viele Krankheitsbilder. Die Symptome sind daher sehr unterschiedlich. Meist jedoch beschreibt Rheuma den Verschleiß oder eine Entzündung der Gelenke. Typisches gemeinsames Kennzeichen ist der „fließende Schmerz“ und oftmals eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Vermeintliche Kleinigkeiten, wie das Öffnen einer schweren Haustür, können so zur Einsamkeitsfalle für die Betroffenen werden, wie jüngst Annette Zeller, Mitarbeiterin beim Pflegestützpunkt berichtete:

Eine 65-jährige alleinstehende Frau mit einer Rheumaerkrankung konnte das Haus nicht mehr selbständig verlassen, da sie die schwere Haustür im Mehrfamilienhaus nicht selbst öffnen konnte. Sie wandte sich an den Pflegestützpunkt mit der Frage, woher sie Hilfe bekommen könne. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes besucht diese Frau seither regelmäßig. Sie gehen gemeinsam spazieren, überwinden zusammen Hürden und Barrieren, teilen ihre Zeit mit- und entdecken Sympathie füreinander.
Hier profitieren beide voneinander, Helferin wie auch Patientin. Die gemeinschaftlichen Aktivitäten lassen die Patientin wieder öfter am Alltag teilhaben, so dass sie ein Stück weit an Lebensqualität zurückgewinnen konnte.


Pflegelotsin hilft Pflegebedürftiger und entlastet gleichzeitig deren Tochter
Die Tochter einer alleinlebenden 90- jährigen Frau mit Pflegegrad 2 fragte bei der Einsatzkoordination der Pflegelotsen, Christine Greuter, nach Möglichkeiten der Unterstützung ihrer Mutter durch einen Pflegelotsen. Da die Mutter ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann, freut sie sich seit kurzer Zeit umso mehr über regelmäßige und abwechslungsreiche Pflegelotsenbesuche. Mit Gesprächen, Karten- und Gesellschaftsspielen vergeht die Zeit wie im Flug, die berufstätige Tochter wird entlastet, die Pflegebedürftige freut sich über die Ansprache und die sozialen Kontakte. Außerdem konnten in Gesprächen mit der Tochter Möglichkeiten professioneller Hilfe über die Pflegeversicherung aufgezeigt werden. Die Mutter erhält nun pflegerische und hauswirtschaftliche Unterstützung durch einen ambulanten Dienst. Dies bringt eine weitere große Entlastung für die bis dato doppelbelastete Tochter.


Notlage entschärft nach einem Krankenhausaufenthalt
Für alte Menschen ist die ungewohnte Umgebung, die ein stationärer Krankenhausaufenthalt mit sich bringt, großer Stress. Alles ist unbekannt, das Essen schmeckt anders und das Zimmer muss man sich meist teilen. Der Kontakt nach außen ist selber nicht mehr organisierbar, außer man besitzt ein Handy, das man auch bedienen kann und hat jemanden, der einem als liebgewonnener Gesprächspartner zur Verfügung steht. Die Sorge um die Zeit danach treibt nicht nur Angehörige um. Die Patienten fürchten sich davor, sich selbst überlassen zu sein und dass dadurch eine Notlage entsteht. Die Entlassung aus dem Krankenhaus bedeutet nicht, dass keine Krankheit mehr vorliegt und der Patient schon gesund ist.

So auchim Fall eines Sohnes, der sich bei der Einsatzkoordination der Pflegelotsen, Christine Greuter, nach Möglichkeiten der Unterstützung für seine alleinlebende 93- jährigen Mutter erkundigt, die gerade nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause entlassen wurde. Der Sohn wohnt weiter entfernt, so dass sporadische Besuche nicht möglich sind. Die geistig rege, aber körperlich geschwächte, alleinlebende Frau benötigt Hilfe bei der Antragstellung zur Pflegeversicherung, der Organisation von Essen auf Rädern, eine Unterstützung beim Verlassen des Hauses für kleine Spaziergänge mit dem Rollator sowie soziale Kontakte wie Besuche und Gespräche gegen die Einsamkeit. Dies konnte eine Pflegelotsin in die Wege leiten und die Dame noch begleiten, indem sie sie regelmäßig besuchte. Nach einigen Monaten war die Betroffene mit Unterstützung durch ambulante hauswirtschaftliche und pflegerische Hilfe sowie dem Pflegelotsenbesuchsdienst wieder soweit stabilisiert, dass sie noch mehr als ein Jahr in ihrer gewohnten Umgebung leben konnte.
 

 

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