Krisentelefon für psychisch belastete Geflüchtete

Der Verein vivo international e.V. und der Lehrstuhl Klinische Psychologie der Universität Konstanz bieten vorübergehend telefonische Beratung und Unterstützung für Geflüchtete, die sich in diesen herausfordernden Zeiten überfordert, hilflos, traurig, alleingelassen, schlaflos, verzweifelt oder auf eine andere Art psychisch belastet fühlen.

In einer begrenzten Anzahl an Telefonkontakten (maximal 5) wird eine Psychologin versuchen, die Betroffenen zu entlasten, zuzuhören und vorhandene Ressourcen zu stärken. Sollte im Rahmen der Telefonate keine ausreichende Entlastung erreicht werden können, werden wir eine psychiatrische Behandlung empfehlen. Wir unterstützen den zuständigen Sozialarbeiter des Wohnheims, einen zeitnahen Termin bei geeigneten Behandlern zu bekommen.

Zudem besteht die Möglichkeit einer Aufnahme in eines unserer laufenden Projekte für weitgehend stabile Patienten mit psychotherapeutischem Hilfebedarf nach der Corona-Krise (siehe unten).
 
Betroffene können uns unter folgender Rufnummer kontaktieren:
 
07531-883207
 
Erreichbarkeit: Montag bis Freitag 9-12 Uhr

Eine Psychologin aus dem Team wird das Anliegen des Anrufenden kurz erfassen und einen zeitnahen Termin für ein gemeinsames Telefonat, bei Bedarf mit passendem Dolmetscher, organisieren. Bitte beachten Sie, dass es ein bis mehrere Tage dauern kann bis ein ausführlicheres Gespräch mit Sprachmittlung möglich sein wird.

Dieses Krisentelefon ersetzt keine psychiatrische Behandlung oder Psychotherapie und kann keine Hilfe bei akuten psychischen Krisen, wie z.B. Suizidalität, leisten. Wir übernehmen keine Haftung. Bei akuten Notfällen wenden Sie sich bitte an den Notarzt.

Bereits laufende Projekte, in welche eine Aufnahme nach der Krise möglich wäre:

Furchtlos

Das Projekt „Furchtlos“ ist ein Strukturaufbau- und Bildungsprojekt der Universität Konstanz in Zusammenarbeit mit vivo international e.V. und den Psychotherapieausbildungsinstituten der DGVT in Baden-Württemberg (apb und SZVT). Ziel ist es, in Baden-Württemberg lebende, unbegleitete minderjährige sowie erwachsene Flüchtlinge, die psychisch belastet sind, zu erkennen und entsprechend ihrer Belastung, psychotherapeutisch zu versorgen. Dafür wird entsprechendes Fachpersonal ausgebildet und fortwährend geschult.

Kontakt: Dr. Katalin Dohrmann (katalin.dohrmann@uni-konstanz.de)

Hilfe für geflüchtete Schwangere und junge Mütter

Das, von Aktion Mensch unterstützte, vivo Projekt „Traumatisierte Schwangere und Mütter nach Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten“ bietet geflüchteten Frauen psychologische Versorgung in Form von psychodiagnostischen Untersuchungen, psychologischer Begleitung in der Schwangerschaft und Traumatherapie.

Durch die Organisation von Babysittern während der Sitzungen, die Arbeit mit Dolmetscherinnen, die Übernahme der Fahrtkosten und im Bedarfsfall die Vermittlung zu Fachärzten und Netzwerkpartnern verschaffen wir Schwangeren und Müttern Zugang zu bedarfsgerechter Versorgung.

Kontakt: ann-kathrin.puetz@vivo.org

Integrationsprojekt

In diesem Projekt werden in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Konstanz und verschiedenen Kommunen Geflüchtete mit psychischen Störungen jeden Alters in Praxen und andere Einrichtungen des psychiatrisch-psychotherapeutischen Regelversorgungssystems vermittelt. Dabei erhalten die Geflüchteten und die Therapeuten/Ärzte Unterstützung in Form von Gesundheitspaten und Sprachmittlern.

Die Anmeldung erfolgt über die Emailadresse: Integrationsprojekt@vivo.org