Unterstützung für Auszubildende mit Fluchthintergrund im Landkreis Konstanz

Tandempartnerschaften zwischen jungen Geflüchteten und Studierenden der Wirtschaftspädagogik starten nach positivem Semesterabschluss in die zweite Runde

Die Verantwortlichen der vier beteiligten Institutionen, Studierende der Wirtschaftspädagogik und ihre Tandempartner bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung des ersten Projektsemesters
Bild: IHK Hochrhein-Bodensee

Teilnehmende des Projekts Tandems von Auszubildenden und Studierenden im Landkreis Konstanz (TASK) ziehen nach einem Semester Laufzeit eine durchweg positive Bilanz: 22 Menschen mit Fluchthintergrund erhielten Unterstützung in der Ausbildung, etwa bei Fragen bezüglich der deutschen Sprache, der Fachsprache oder der berufsschulischen Anforderungen. Gleichzeitig profitierten 22 Studierende der Universität Konstanz von dem interkulturellen Austausch und der Erfahrung für ihre berufliche Laufbahn. Im Sommersemester 2019 startet das Projekt TASK nun in die zweite Runde. Mit dabei sind 15 Studierende, die ihre Tandemarbeit fortsetzen möchten. Die positiven Erfahrungen haben viele Studierende neugierig gemacht, sodass sich insgesamt 51 Auszubildende ab Mai über eine individuelle Lernbegleitung freuen dürfen.

Um Auszubildenden mit Fluchthintergrund die erste Zeit in der dualen Ausbildung zu erleichtern, entstand im Rahmen einer Kooperation der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises Konstanz gGmbH, der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, des Landratsamts Konstanz und der Universität Konstanz das Projekt TASK: Tandems von Auszubildenden und Studierenden im Landkreis Konstanz. Während des Wintersemesters 2018/2019 unterstützten 22 Studierende der Wirtschaftspädagogik 22 Auszubildende mit Fluchthintergrund in Tandempartnerschaften bei Fragen rund um die Berufsausbildung.

Zu Beginn erhielten die Studierenden eine wissenschaftliche Einführung zur spezifischen Situation Geflüchteter in der beruflichen Bildung sowie zu Aspekten ethnischer Ungleichheiten und Diskriminierung. Darüber hinaus absolvierten sie ein interkulturelles Training zur Vorbereitung auf ihre Tandempartnerschaft. Anschließend gaben sie in regelmäßig stattfindenden Treffen eine individualisierte, am Bedarf der Auszubildenden orientierte fachliche Unterstützung, beispielsweise zu berufsschulischen Inhalten, zu Lernstrategien und zur Prüfungsvorbereitung. Ihre Erfahrungen während der Praxistätigkeit bereiteten die Studierenden in begleitenden Supervisionssitzungen nach und reflektieren ihre Treffen in einem Lerntagebuch.

Zum Abschluss des Projektes reflektieren die Tandempaare ihre Erfahrungen: Diese waren trotz kleinerer Hürden durchgehend positiv und für beide Seiten lehrreich, so der allgemeine Tenor. Die Studierenden sammelten Erfahrungen für ihre spätere Lehrtätigkeit als Berufsschullehrpersonen und lernten zudem einiges über die Kultur der TandempartnerInnen. Die Geflüchteten fanden in den Studierenden Ansprechpersonen, die ihnen mit Antworten zur Ausbildung zur Seite standen. Darüber hinaus entwickelten sich Gespräche über persönliche Interessen und gesellschaftliche Themen, sodass aus Tandempartnerschaften auch Freundschaften entstanden, wie einige Teilnehmende berichteten.
Auch für das Wintersemester 2019/2020 ist die fachliche Unterstützung geplant.

Faktenübersicht:

  • Das Projekt TASK, Tandems von Auszubildenden und Studierenden im Landkreis Konstanz, erntet positives Feedback und startet mit 51 Tandempartnerschaften in das Sommersemester
  • Studierende der Wirtschaftspädagogik fungieren als Ansprechpersonen für Auszubildende mit Fluchthintergrund
  • Das Projekt entstand durch eine Kooperation der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises Konstanz gGmbH, der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, des Landratsamts Konstanz und der Universität Konstanz
  • Beteiligte Personen: Paul Glaßner (Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises Konstanz gGmbH; Stellvertretender Geschäftsführer), Jan Vollmar (Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee; Projektleiter zur Integration junger Flüchtlinge), Barbara Ette (Landratsamt Konstanz; Integrationsbeauftragte), Prof. Dr. Stephan Schumann und Dr. Elisabeth Maué (Universität Konstanz; Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik II), Sibylle Mühleisen (Universität Konstanz; Bereich Transferorientierte Lehrprojekte, Service Learning)