„Vorbeugen, Schützen, Impfen!“ – Aufruf zur Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April 2019

Foto: pixabay.com

Anlässlich der Impfwoche vom 24. – 30. April 2019 weist das Amt für Gesundheit und Versorgung des Landratsamtes Konstanz darauf hin, wie wichtig ein kompletter Impfschutz ist.

Jeder Einzelne profitiert hinsichtlich seiner Lebensqualität und Lebenserwartung von den Fortschritten der Medizin, der Prävention, Hygiene und den im Vergleich zu früher doch deutlich gebesserten Lebensbedingungen. Impfungen gehören hierbei zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Sie schützen den Einzelnen wirksam vor vermeidbaren Infektionskrankheiten und deren zum Teil schweren bleibenden Schäden. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen werden nur in sehr seltenen Fällen beobachtet.

Impflücken bei Kindern und jungen Erwachsenen führen wiederkehrend zu Masernausbrüchen. Zwar sind die Masernimpfquoten der 4- bis 5-jährigen Kinder in Baden-Württemberg über die letzten Jahre insgesamt betrachtet angestiegen - landesweit haben jetzt 95,2 Prozent der 4- bis 5-jährigen Kinder eine, und 89,7 Prozent der Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten – das Ziel einer Durchimpfungsrate bei Zweitimpfungen von 95 Prozent ist damit immer noch nicht erreicht.
 
Im Landkreis Konstanz lag die Impfquote für die erste Masernimpfung für Kinder im Einschulungsalter (aktuelle Erhebungen aus den Einschulungsuntersuchungen 2017/2018) bei 94,6 Prozent. Zwei oder mehr Impfungen gegen Masern hatten 85,6 Prozent. Von den heute 19-Jährigen hatten in 2005 zum Zeitpunkt ihrer Einschulung nur 65 Prozent zwei Masernimpfungen. Bei den heute 26-Jährigen waren es sogar nur 9,5 Prozent mit zwei Masernimpfungen.

Für eine dauerhafte Ausrottung einheimischer Masern müssen landesweit mehr als 95 Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Masernimpfungen erhalten. Solange diese Impfschutzraten nicht erreicht sind, kann es wiederkehrend zu Masernausbrüchen kommen. Zum eigenen Schutz sollten deshalb bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die fehlenden Impfungen dringend nachgeholt werden.
 
Das Amt für Gesundheit und Versorgung bittet daher alle Eltern, dringend den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen. Diese Empfehlung betrifft auch alle nach 1970 geborenen Bürger.

Allgemeine Informationen zur Europäischen Impfwoche:

Anlässlich der 14. Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April 2019 wird unter dem Motto „Vorbeugen, Schützen, Impfen“ die zentrale Botschaft vermittelt, dass die Impfung eines jeden Menschen entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und dem Schutz von Menschenleben ist. Besonders die Altersgruppe der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht im Fokus. Entgegen der immer wieder vertretenen Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen sind möglich und können fatale Folgen hinterlassen. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung zumeist schwerer. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit unvollständigem Impfschutz sollten daher fehlende Impfungen möglichst bald nachholen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2010 allen nach 1970 geborenen Erwachsenen eine Masernimpfung, wenn noch kein ausreichender Immunschutz vorliegt.

Immer noch sind zu viele Kinder und junge Erwachsene nicht ausreichend vor Krankheiten wie Masern, Röteln oder Kinderlähmung geschützt.
Das einzige Reservoir der Masernviren sind infizierte Menschen. Mit einer ausreichend hohen Impfquote kann das Virus daher eliminiert werden. Für die europäische WHO-Region war die Elimination der Masern und der Röteln bis Ende 2015 angestrebt – dieses Ziel ist jedoch nicht erreicht worden.