Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Konstanz

Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützt die Behördenleitung und nachgeordnete Organisationseinheiten darin, die Durchsetzung der Gleichstellung umzusetzen. Die Chancengleichheit soll als Verwaltungshandeln mit geeigneten Methoden umgesetzt werden. Dabei geht es um die Verwirklichung folgender Grundsätze für Männer und Frauen:

  • Gleiche Mitwirkung an öffentlichen Entscheidungsprozessen
  • Gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben
  • Eigenständige Finanzsicherung
  • Gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit

Die geschlechterspezifische Ausrichtung der Chancengleichheit wird zunehmend um das Ziel der Vielfalt erweitert. Alle sollen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung gleiche Chancen haben.

Aktuelles:

Hilfe annehmen – gerade jetzt!

Familien, ältere Menschen, Kinder, Schwangere - alle stellt das Coronavirus vor ganz individuelle Herausforderungen. Die Nähe, wenn die Familie eng zusammen zuhause ist, kann zur Herausforderung und Belastung der Kinder und Eltern werden. Wenn räumliche Ausweichmöglichkeiten fehlen, können Situationen schon mal eskalieren.

Holen Sie sich Hilfe, viele der genannten Stellen sind rund um die Uhr für Sie da!

Übersicht Familienhilfestellen während Corona (205 KB)

Schutzbrief gegen weibliche Genitalbeschneidung (FGM)

Ein gemeinsam von den Städten Singen, Konstanz, Radolfzell und dem Landkreis neu gestalteter Schutzbrief soll dazu beitragen, gegen die Praxis der Genitalbeschneidung vorzugehen und betroffene Frauen vor dem Eingriff zu schützen.

Laut Schätzungen der WHO sind weltweit etwa zwei Millionen Frauen und Mädchen in über 70 Ländern aufgrund einer sogenannten tradi - tionellen Praxis von Genitalverstümmelung bedroht. Auch in Deutschland leben betroffene Frauen und Mädchen: Schätzungsweise 9000 Mädchen sind in Deutschland von FGM bedroht. Die damit einhergehenden physischen und psychischen Folgen sind fatal für junge Mädchen und Frauen. Juristisch betrachtet, verstößt die Genitalverstüm-melung sowohl gegen deutsches als auch gegen internationales Recht und ist in Deutschland strafbar, auch wenn der Ort des Geschehens im Ausland liegt.

Ein gemeinsam von den Städten Singen, Konstanz, Radolfzell und dem Landkreis Konstanz neu gestalteter Schutzbrief soll dazu beitragen, gegen die Praxis der Genitalverstümmelung vorzugehen und betroffene Frauen vor dem Eingriff zu schützen. Der Schutzbrief weist auf die Strafbarkeit in Deutschland und im Ausland hin. Er ist in Passgröße gedruckt und soll zusammen mit den Reiseunterlagen transportiert werden. Dadurch haben die betroffenen Frauen den Schutzbrief immer griffbereit und sind sensibilisiert. Frauen können, wenn sie auf Heimat - besuch sind, diesen Schutzbrief vorzeigen. Eltern können sich durch den Hinweis auf die rechtlichen Folgen dem sozialen Druck im Heimatland entziehen und idealerweise so die generationenübergreifende Kette von Traumatisierungen durch Genitalverstümmelung durchbrechen.

„Wir konnten mit den Städten Singen, Radolfzell und Konstanz Kooperationspartnerinnen beim Thema FGM gewinnen, 2019 haben erste Fortbildungen für Fachpersonal zu diesem Thema stattgefunden, für 2021 haben wir gemeinsam mit dem Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz eine Fortbildung für medizinisches Fachpersonal geplant", so Petra Martin-Schweizer, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Konstanz. „Die Stadt Singen unterstützt die Schutzbriefe, weil sie Frauen und Familien in der Diskussion um die Beschneidung ihrer Mädchen stark entlasten und ihnen starke Argumente gegen die Beschneidung in die Hand geben," so Ute Seifried, Bürgermeisterin der Stadt Singen. „Die Stadt Radolfzell unterstützt die Schutzbriefe, damit die weibliche Geni - talverstümmelung und das dadurch ausgelöste lebenslange Leiden vieler Mädchen und Frauen in dieser Welt endlich aufhört", so Monika Laule , Bürgermeisterin der Stadt Radolfzell. „Auch die Stadt Konstanz engagiert sich für die Rechte der von FGM betroffenen Frauen und will mit dem Schutzbrief ein Zeichen gegen diese menschenrechtsverletzende Praxis setzen", so die Leiterin der Chancengleichheitsstelle der Stadt Konstanz Julika Funk und Sozialbürgermeister Dr. Andreas Osner.

Bis zum Jahresende ist der Schutzbrief auch in leichter Sprache erhält-lich. Der Schutzbrief wird in den nächsten Tagen an verschiedene Fachstellen im Landkreis Konstanz versandt und dort ausgegeben.

Weitere Informationen
  • Nähere Informationen zum Thema oder zu den Ausgabestellen gibt es beim Landratsamt unter gleichstellung@LRAKN.de.
  • Fachliche Details und Hinweise zu Literatur und Dokumentationen zum Thema FGM gibt es auf der Seite von Terre des Femmes Deutschland unter www.frauenrechte.de.
  • Fragen beantwortet auch das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 24 Stunden täglich in 17 Sprachen unter 08000116016.

Aufgaben:

  • Beratung von Bürgerinnen und Bürgern in Sachen Gleichstellung
  • Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen, um Diskriminierung entgegenzuwirken  
  • Sensibilisierung und Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen
  • Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Gesellschaft, Kommunalpolitik und am Arbeitsmarkt
  • Beratung von Institutionen und Verbänden in geschlechterrelevanten Fragen und Angelegenheiten
  • Durchführung gezielter Öffentlichkeitsarbeit
  • Zusammenarbeit auf Kreis-, Landes- und Bundesebene wie z.B.
    • Arbeitsgemeinschaft AK Respekt im Landkreis Konstanz
    • Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten
    • Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Landkreistags Baden-Württemberg
  • Bildung und Entwicklung von Frauen Netzwerken in den einzelnen Kommunen
  • Koordination von Veranstaltungen zum Weltfrauentag, Tag gegen Gewalt an Frauen, Equal Pay Day und Girls- und Boys Day
  • Veranstaltungen für Gleichgewicht von Männern und Frauen in der Kommunalpolitik
  • Zusammenarbeit im Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten in Baden-Württemberg und der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik
  • Erstellen und Evaluation des Chancengleichheitsplans
  • Begleitung der Bewerbungsverfahren, Organisationsentwicklungsprozesse und Personalentwicklungsmaßnahmen
  • Interne Beratungsstelle zum Thema Gleichstellung
  • Beschwerde- und Beratungsstelle bei Diskriminierung und sexueller Belästigung
  • Begleitung von Projekten und Maßnahmen zur familienfreundlichen Verwaltung (Vereinbarkeit Familie, Pflege und Beruf)
  • Umsetzung der Chancengleichheit als durchgängiges Leitprinzip (z.B. Geschlechterneutrale Sprache)
  • Begleitung von Maßnahmen für Toleranz und Vielfalt in unserer Verwaltung

Weitere Informationen und Links:

Weitere Themen bewegen in der Gleichstellung:

Politik

Frauen können in ihrer Doppelfunktion als Betroffene und Expertinnen für Modelle, Familie und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen, politisch einiges bewegen, aber zurzeit sind im Landkreis nur ca. 25 % der Gemeinderatsposten mit Frauen besetzt.

Wirtschaft und Beruf

Mehr Frauen als Männer schließen die Schule mit dem Abitur ab und absolvieren ein Hochschulstudium. Immer mehr Frauen sind erfolgreich selbstständig. Die Wirtschaft wird sich angesichts der demografischen Veränderung und des Fachkräftemangels auf die Bedürfnisse weiblicher Profis einstellen. Die Spitzenpositionen in Unternehmen sind mit 25 % in Baden Württemberg noch sehr gering mit Frauen besetzt. Gemischte Teams und soziale Vielfalt erhöhen den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Berufstätige Frauen, die eine Kinderbetreuung geregelt haben, bringen oft eine hohe Motivation, Leistungsfähigkeit und hohe Arbeitszufriedenheit mit.

Familie und Beruf

Unternehmen und öffentliche Verwaltungen können Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf anbieten:

  • Betriebliche Kinderbetreuung
  • Verschiedene Möglichkeiten der Teilzeitarbeit
  • Flexible Arbeitsorte und -zeiten, familiengerechte Abläufe in der Arbeitsorganisation
  • Begleitprogramme für Beschäftigte in Eltern- oder Pflegezeit
  • Rahmenbedingungen für Alleinerziehende schaffen

Gesundheit

Eine Betrachtung unterschiedlicher Lebenslagen, Lebensstile und Gesundheitsprobleme von Mann und Frau erfordert eine geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung. Von Diagnoseverfahren bis zu geeigneten Therapien und Medikamenten muss auch die Forschung und die Pharmaindustrie ihre Medizin in allen Bereichen umsetzen.
Gerade bei Herzproblemen, Depressionen und vielen anderen Krankheitsbildern spielt das Geschlecht eine größere Rolle als bisher angenommen. Krankheitssymptome unterscheiden sich bei Mann und Frau, Erkrankungen nehmen einen anderen Verlauf. Frauen erleiden im Schnitt 10 Jahre später als Männer einen Herzinfarkt, dafür ist dieser sehr oft tödlich, um nur ein Beispiel zu nennen.

Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen (FGM)

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. FGM stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung.

 

Gender Mainstreaming

Bei allen gesellschaftlichen Vorhaben müssen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern berücksichtigt werden, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Dies verlangt eine durchgängige Gleichstellungsorientierung und das Erfassen von Geschlechtermerkmalen über den „kleinen Unterschied“ hinaus.

Kontakt

Portrait der gleichstellungsbeauftragten Petra Martin-Schweizer
Petra Martin-Schweizer

Landratsamt Konstanz
Benediktinerplatz 1
78467 Konstanz
Lage

Gleichstellungsbeauftragte:
Petra Martin-Schweizer

T. +49 7531 800-1363
M. +49 176 1800 1570
Petra.Martin-Schweizer@LRAKN.de