
Fachschule für Hauswirtschaft Stockach feiert Abschluss und startet neuen Lehrgang
Bildnachweis: Landratsamt Konstanz
Bei einer spannenden Abschlussfahrt blickt die Fachschule für Hauswirtschaft in Stockach auf 18 Monate intensive und erfolgreiche Ausbildung zurück – und öffnet im Oktober erneut ihre Türen.
Die Abschlussfahrt der Fachschulklasse Hauswirtschaft führte bei strahlendem Sonnenschein nach Tettnang. Drei Teilnehmerinnen, beruflich im Hopfenanbau tätig, ermöglichten der Gruppe einen unmittelbaren Blick in ihren Arbeitsalltag.
Erste Station war die Molkerei Bergpracht in Siggenweiler. Inhaber und Geschäftsführer Hans-Georg Geßler erläuterte den 18 Frauen die Herstellung von Camembert, Mozzarella und anderen Spezialitäten. Aus hygienischen Gründen ließ sich die Produktion nur durch eine Glasscheibe verfolgen, doch Lagerung und Verpackung hinterließen durch den Besuch der Kühl- und Tiefkühlhallen einen bleibenden Eindruck. Zum Abschluss gab es eine üppige Verkostung der frisch produzierten Käsesorten.
Auf dem Hopfengut No20 übernahm Landwirt Stefan Arnegger, Vater einer Schülerin, die Führung durch Anbauflächen und das Museum des Gutes. Hopfenprodukte fanden ihren Platz beim gemeinsamen Essen, bevor Kaffee und Kuchen den Tag abrundeten.
Am 8. Oktober 2025 startet an der Fachschule für Hauswirtschaft Stockach erneut die Qualifizierung zur Staatlich geprüften Fachkraft für Hauswirtschaft in Teilzeitform. Sie dauert bis April 2027, umfasst 600 Unterrichtseinheiten und findet während der Schulzeit mittwochs von 8:30 bis 16:45 Uhr statt. Die Schulferien sind unterrichtsfrei.
Ausbildungsschwerpunkte sind die bewusste und genussvolle Ernährung und Verpflegung von Personengruppen sowie eine rationelle und verantwortungsvolle Haushaltsführung. Hinzu kommen Themen wie: Arbeits- und Büroorganisation, Unternehmensführung, Gartenbau, Textilarbeit und Wäschepflege, Kommunikation und Persönlichkeitsbildung sowie fächerübergreifende Projektarbeiten. Zielgruppe sind Interessierte, die sich persönlich oder beruflich in den Bereichen nachhaltige Ernährung und rationelle Haushaltsführung weiterentwickeln oder den Berufsabschluss Hauswirtschafterin / Hauswirtschafter erwerben wollen.
Am Mittwoch, 24. September 2025, um 14 Uhr stellt die Fachschule den Fachschulunterricht vor. Veranstaltungsort ist die Fachschule für Hauswirtschaft Stockach, Winterspürer Straße 25. Für Informationen und zur Anmeldung steht Hildegard Schwarz zur Verfügung unter forum.ernaehrung@LRAKN.de oder telefonisch unter 07531 800-2940. Auch kurzfristig Interessierte sind herzliche willkommen.
Interview: Rückblick auf 18 Monate Teilzeitausbildung mit drei Schülerinnen der Abschlussklasse
Wieso haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?
Anna-Lena Schatz: Ich habe mich aus privatem Interesse für diese Ausbildung entschieden. Aber auch beruflich ergeben sich für mich dadurch neue Optionen.
Sarah Hellmann: Eine meiner Cousinen hat bereits die Ausbildung gemacht und immer sehr positiv davon berichtet. Wir haben uns dann zu dritt dazu entschieden, als Landwirtinnen aus Tettnang an dieser Ausbildung teilzunehmen.
Wie war diese Zeit für Sie persönlich und wie waren die Kontakte in der Klasse?
Kirsten Heintschel: Ich bin gern mit Menschen zusammen. In der Klasse sind viele junge Leute und die Gruppe hat sich zu einer guten Gemeinschaft entwickelt.
Sarah Hellmann: Das war wirklich eine coole Truppe! Es ist nur schade, dass wir so weit weg wohnen. Da wird es schwierig, weiterhin Kontakt zu halten.
Was hat am meisten Spaß gemacht?
Kirsten Heintschel: Die praktischen Inhalte wie Kochen und Nähen. Beim Nähen bin ich bei null gestartet, das war ganz schön schwierig. Auch das Wissen über Ernährung war interessant und wichtig. Da möchte ich am Ball bleiben.
Wie hat die Ausbildung ihren Alltag verändert? Was setzen Sie täglich um?
Kirsten Heintschel: Ich mache jetzt viel mehr Pläne. Auch wenn mir das eigentlich nicht liegt. Ich habe bemerkt, dass das die Zusammenarbeit im Team sehr erleichtert. Aber man muss immer wieder Kompromisse machen und das Gelernte an die Arbeitsstelle anpassen.
Anna-Lena Schatz: Meine Familie hat schon sehr von meinem Wissen profitiert. Mein alleinstehender Vater hat die Tipps zur Wäschepflege dankbar angenommen. Und im Betrieb führen die von mir gegebenen Impulse, wie zum Beispiel der Kühlschrank richtig befüllt wird oder wie Ordnung im Kleiderschrank herrscht, zu mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit.
Haben sich durch die Ausbildung neue berufliche Perspektiven ergeben?
Kirsten Heintschel: Ich arbeite nun in einem Seminarhaus. Dort werde ich oft dafür eingesetzt, neue Mitarbeiter einzuarbeiten. Die Ausbildung hat mich gelehrt andere Personen anzuleiten und zum Beispiel den ressourcenschonenden Einsatz von Putzmitteln zu vermitteln.
Anna-Lena Schatz: Ich arbeite in einer Einrichtung, in der wir Jugendliche mit Einschränkungen betreuen. Ich möchte jetzt noch meinen Meister in der Hauswirtschaft machen. Dann wird es für mich möglich sein, unsere Bewohner in der Hauswirtschaft auszubilden.
Gibt es zum Schluss noch ein Fazit?
Kirsten Heintschel: Ich habe mich immer sehr auf den Mittwoch gefreut. Vor allem weil wir dann immer in Gemeinschaft gegessen haben.
Anna-Lena Schatz: Ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe, auch wenn es sehr anstrengend war.