Regionalbusverkehr - Gründung eines kreiseigenen Verkehrsunternehmens geplant

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Seit dem 1. Januar 2020 kommt es auf den Strecken Radolfzell, Engen und Singen zu großen Schwierigkeiten im Regionalbusverkehr. Um möglichst zeitnah einen funktionierenden Busverkehr zu gewährleisten, plant der Landkreis Konstanz die Gründung eines kreiseigenen Verkehrsunternehmens. Am 10. Februar 2020 entscheidet der Kreistag über das Vorhaben. Bis dahin gibt es noch offene Fragen zu klären.

Eine anhaltend hohe Anzahl an Beschwerden aufgrund mangelnder Qualität im Regionalbusverkehr auf den Strecken Radolfzell, Engen und Stockach veranlasst den Landkreis Konstanz dazu, weitreichende Konsequenzen zu ziehen. Für die genannten Verkehrsräume zeichnet die Stadtbus Tuttlingen Klink GmbH verantwortlich. Da eine Entspannung der Situation mit der Firma Klink nicht absehbar scheint, kommt nach Abwägung verschiedener Lösungsmöglichkeiten die Gründung eines kreiseigenen Verkehrsunternehmens in Betracht. Dafür sollen neue Busse und geeignete Busfahrer der Firma Klink übernommen werden. Zur Realisierung müsste der Kreistag in seiner Sitzung am 10. Februar 2020 dem Vorhaben zustimmen. Bis dahin gilt es, offene Punkte zu klären.

Diese Lösungsmöglichkeit funktioniert nur in Kooperation mit der Firma. Eine Absichtserklärung für eine Aufhebungsvereinbarung wurde bereits unterzeichnet. Zudem muss zunächst die wirtschaftliche Gesamtsituation der Firma genau geprüft und bewertet werden. Für den Fall der Gründung eines Verkehrsbetriebs muss das Landratsamt außerdem eine detaillierte Kostenkalkulation erstellen. Weiter bereitet das Landratsamt eine Konzessionserteilung für den Linienverkehr durch das Regierungspräsidium Freiburg vor.

Sollte der Kreistag einem kreiseigenen Verkehrsbetrieb zustimmen, übernimmt dieser, wie erwähnt, die von der Firma Klink bereits beschafften 20 und bestellten zehn bis fünfzehn Neufahrzeuge, ebenso geeignetes Buspersonal. Mit der vorhandenen Ausstattung könnte der Kreis 50 bis 70 Prozent des Verkehrs abdecken. Die übrigen Strecken werden zunächst an Subunternehmer vergeben. Als zuverlässiger und angesehener Arbeitgeber hofft das landkreiseigene Unternehmen, zeitnah neue qualifizierte Busfahrerinnen und -fahrer zu gewinnen. Zudem verfügt der Landkreis über einen erfahrenen Betriebsleiter, der für die Umsetzung des Regionalverkehrs sofort eingesetzt werden kann und ab sofort in die Personal-, Fahr- sowie Umlaufplanung der Firma Klink eingebunden wird.

Höchste Priorität hat ein kontinuierlicher und zuverlässiger Busverkehr. Das Landratsamt setzt alle Hebel in Bewegung, um diesen zu gewährleisten. Die Gründung einer kreiseigenen GmbH ist ein großer Kraftakt, der angesichts der Lage aber als einzig gangbarer Weg erscheint, um den öffentlichen Nahverkehr aufrecht zu erhalten. Am 10. Februar entscheidet der Kreistag darüber, ob dieser Weg vorbehaltlich der Klärung aller rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen weiterverfolgt werden soll. Kommt es zur Zustimmung, wird eine zufriedenstellende Umsetzung trotzdem einige Zeit in Anspruch nehmen.