Reformierte Pflegeausbildung trotzt Coronakrise

Gruppenbild im großen Sitzungssaal
Verbundbeirat des Ausbildungsverbunds im Februar 2020 v.l.n.r.: Dr. Ralf Rosbach (ZfP), Angela Häusling (ZfP), Verena Höflacher (St. Elisabeth, Singen), Dr. Bettina Schiffer (Akademie GLKN), Katrin Bräutigam (Mettnau-Schule), Zeno Danner (Landrat), Carolin Rheinberger (Koordinierungsstelle), Stefan Basel (Sozialdezernent), Daniel Strittmatter (DAA), Franziska Blietz (Spitalstiftung Konstanz), Kathrin Knelange (GLKN), Cornelia Biegert (Spitalstiftung Konstanz). Es fehlt Petra Jaschke-Müller (GLKN). Ergänzt wurde der Beirat an der Vollversammlung durch Gisela Meßmer (St. Verena), Barbara Senger-Riedle (Caritas Konstanz) und Daniel Schlegel (Kliniken Schmieder). (Aufnahme entstand vor den Corona-Beschränkungen)

Durch die Coronakrise wird wieder einmal deutlich, wie systemrelevant das Berufsbild der Pflege ist. Die Reform der Pflegeausbildung soll mehr Menschen für diesen Beruf gewinnen. Zwei neue Ausbildungskurse starteten bereits im April.

Pflegefachkräfte könnten aktuell wohl kaum stärker im Fokus stehen. Durch Krisen dieser Art wird noch einmal mehr deutlich, welche gesamtgesellschaftliche Wichtigkeit diese Arbeit hat. Um mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen, wurde die Ausbildung reformiert und seit Januar 2020 ist das neue Pflegeberufegesetz in Kraft getreten. Durch die Reform werden die bislang getrennt gehaltenen drei Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammen-geführt. Die Ausbildung nennt sich fortan generalistische Pflegeausbildung und löst die bislang bestehenden drei ab.

Die neu aufgestellte Ausbildung enthält Praxisbausteine aus dem gesamten Pflegespektrum – vom Krankenhaus, über die Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, bis hin zu den ambulanten Pflegediensten sowie den speziellen Bereichen der Pädiatrie und Psychiatrie. Entsprechend breit gefächert sind die beruflichen Tätigkeitsfelder für die neuen Pflegefachkräfte – denn moderne, sich wandelnde Versorgungsstrukturen und die demografische Entwicklung erfordern eine übergreifende pflegerische Qualifikation. Die Auszubildenden nach dem neuen Gesetz werden folglich, unabhängig vom Arbeitgeber und der damit verbundenen Vertiefung der Ausbildung, die gleichen Pflichteinsätze durchlaufen und in allen Versorgungsbereichen eigene Erfahrungen sammeln können.

Zur erfolgreichen Umsetzung der Reform und Unterstützung aller Beteiligten wurde neben der Einrichtung einer Koordinierungsstelle beim Landratsamt im Sommer 2019, am 18. Februar im Zuge der ersten Vollversammlung feierlich der „Ausbildungsverbund der generalistischen Pflegeausbildung im Landkreis Konstanz“ gegründet. Dieser gewährleistet und vereinfacht eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, gibt Rahmenbedingungen vor und schafft eine gemeinsame Grundlage, so dass die Auszubildenden ihre Pflichteinsätze in allen Bereichen und Einrichtungen durchführen können. Landrat Zeno Danner ist überzeugt: „Gerade den Ausbildungsverbund sehe ich als große Chance, die Pflegeausbildung im Landkreis Konstanz attraktiv zu gestalten, weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den weiteren Verbundpartnern qualifizierte Pflegefachkräfte auszubilden.“

Beteiligt sind neben den Pflegeeinrichtungen aller Versorgungsbereiche auch die drei Pflegeschulen im Landkreis. Die Mettnau-Schule in Radolfzell, die Deutsche-Angestellten-Akademie in Singen und die Akademie für Gesundheitsberufe des GLKN mit den Standorten in Singen und Konstanz. Die beiden Letzteren haben bereits mit je einem Kurs am ersten April gestartet, in der Mettnau-Schule beginnt die neue Ausbildung im August.

Weitere Infos zur neuen Ausbildung gibt es unter: www.lrakn.de/generalistischepflegeausbildung