Pflanzaktion in Öhningen

mehrere Personen auf einer Freifläche im Wald
800 Jungpflanzen und rund 8000 Eicheln wurden im Öhninger Gemeindewald bei einer gemeinsamen Pflanzaktion gepflanzt.
Bildnachweis: Andreas Flügel

Aufgrund von Corona mehrmals verschoben, konnte die Aufforstaktion in Öhningen nun durchgeführt werden. 800 Jungpflanzen und rund 8000 Eicheln wurden im Gemeindewald Öhningen am 19. November unter der Leitung von David Borho vom Kreisforstamt gepflanzt.

Auf der 1,2 Hektar großen Fläche standen zum Großteil Fichten, welche in den vergangenen Jahren aufgrund von Borkenkäferbefall abgestorben sind und deshalb abgeholzt werden mussten. Die erhoffte natürliche Verjüngung auf der entstandenen Freifläche blieb aus. Anstelle von jungen Bäumen, setzte sich flächig die Brombeere durch. In Vorbereitung für die Pflanzakti­on gingen mehrere Kindergärten der Ge­meinde Öhningen zusammen mit dem Förster David Borho vom Kreisforst­amt in den Gemeindewald, um Ei­cheln für die Fläche zu sammeln. „Dieses Jahr tragen die Eichen besonders viele Früchte, das Mastjahr spielt uns in die Karten“ so Borho.

Das Interesse an der Pflanzaktion war groß. Es meldeten sich 70 Öhninger Bürger zum gemeinsamen Pflanzen an. Auch einige Kinder waren mit dabei, um die gesammelten Eicheln zu setzen. Organisiert wurde die Aktion in ge­meinschaftlicher Arbeit von örtlichen Gemeinderätinnen und -räten, dem Förster und heimatverbun­denen Forstwirten. Bei sonnigem Wetter ging die Arbeit besonders leicht von der Hand. Vier Teams machten sich an die Ar­beit: Das größte Team pflanzte die Jungpflanzen, die Kinder setzten mit ihren Eltern die Eicheln, ein Team zäunte die Eichel-Fläche mit einem 350 Meter langen Zaun ein, um sie vor hungrigen Wildschweinen zu schützen. Die gedüngten Pflanzen aus der Pflanzschule sind für Rehe ein besonderer Leckerbissen und müssen geschützt werden. Deshalb brachte ein weiteres Team Wuchshüllen und Verbissschutz an die Jungpflanzen an, die außer­halb des Zaunes gepflanzt wurden.

Der Pflanzplan wurde im Laufe des Herbstes sorgfältig ausgearbeitet und die Wahl der Baumarten an die Bodenverhältnisse angepasst. So wurden Stieleichen, Hainbuchen, Weißtannen und Erlen auf den Teil der Fläche gepflanzt, der unterjährig zeitweise sehr nass ist. Roteiche und Spitzahorn wurden an Stellen beigemischt, die mehr Geländeneigung aufweisen, wo­durch sich das Wasser nicht so lange stauen kann. „Für einen klima­stabilen Mischwald sind Standortwahl und Bauarteneignung sehr wichtig. Die Bäu­me müssen sich dort, wo sie stehen, wohlfühlen“, erläuterte Förster David Borho.

Für eine stärkende Mittagspause wurde von der Gemeinde Öhningen ein herzhaftes Vesper spendiert. Alle Teilnehmenden waren von der Aktion begeistert: „Das könnten wir doch jedes Jahr machen“, so die Stimmen. Gepflanzt wird jedoch nicht nur von den Bürgern auf der großen Freifläche, an einigen Stellen im Wald sind durch Borkenkäferkalamitäten und Sturm Freiflächen entstanden, die wieder aufgeforstet werden müssen. Im Regel­fall übernehmen Forstwirte oder forstliche Unternehmer diese Pflanzarbei­ten, damit der Wald auch Wald bleibt.