Landrat testet Regionalbusverkehr

Landrat Zeno Danner und Dezernent Boris-Alexej Neugebauer machen sich vor Ort ein eigenes Bild vom neuen Regionalbusverkehr.
Foto: Landratsamt Konstanz

Landrat Zeno Danner und Dezernent Boris-Alexej Neugebauer haben sich von der aktuellen Lage des Regionalbusverkehrs ein eigenes Bild gemacht. Für den Frust der Fahrgäste zeigen sie Verständnis.

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es ein erheblich erweitertes Angebot im Regionalbusverkehr des Landkreises Konstanz. Es werden eine Million Kilometer pro Jahr mehr gefahren, was einer Steigerung von 20 Prozent entspricht. Außerdem sind neue Busse mit moderner Technik im Einsatz. Durch die Umstellung haben sich zu Schulbeginn an verschiedenen Orten jedoch etliche Startschwierigkeiten ergeben. Um sich von der Lage ein eigenes Bild zu machen, fuhren Landrat Zeno Danner und Boris-Alexej Neugebauer, Dezernent für öffentliche Ordnung und Klimaschutz, am Donnerstag, 9. Januar 2020, mit dem Bus von Weiterdingen an den Singener Bahnhof und von dort weiter nach Volkertshausen. Die Abfahrt war um 7.51 Uhr von der Haltestelle Weiterdingen Ortsausgang geplant. Mit zehn Minuten Verspätung konnten sie in einen der neuen gelben Busse einsteigen und ein Ticket lösen. Die Fahrgastanzeige im Inneren, die über die nächsten Haltestellen informiert, funktionierte nicht. Alle Haltestellen wurden aber planmäßig angefahren.

Im Bus kamen Landrat Danner und Neugebauer mit Fahrgästen ins Gespräch. Diese fragten nach Gründen der auftretenden Probleme, äußerten sich aber auch positiv beispielsweise zur deutlichen Verbesserung des Fahrplans. An der Haltestelle Singen Bahnhof und Bahnhof Süd / Maggi fielen beim Umstieg nach Volkertshausen einige Ersatzbusse ohne Linienanzeige auf. Da der Bus der Linie 400 die Haltestelle nicht planmäßig anfuhr, brachen sie die Weiterfahrt nach einer halben Stunde Wartezeit ab. Währenddessen sprachen sie mit weiteren Busfahrern, die einen sehr engagierten Eindruck machten. „Der Frust der Kinder, Eltern und Lehrer ist verständlich und wir nehmen das sehr ernst", so Landrat Danner.

„Dass es bei einer so großen Neuerung anfangs zu Schwierigkeiten kommt, ist normal. Dass diese so erheblich sind, damit konnten wir nicht rechnen. Wir bestehen aber selbstverständlich auf die zeitnahe Vertragserfüllung", meint Neugebauer, der den Umstellungsprozess mitbegleitet. Das erweiterte Angebot war von langer Hand geplant: Der Landkreis Konstanz hat die Neuvergabe des Busverkehrs europaweit nach den einschlägigen Rechtsvorschriften im Vergaberecht vorgenommen. Dabei wurde er während des gesamten Ausschreibungsverfahrens sowohl fachlich als auch juristisch von Experten begleitet. Nach Vorabbekanntmachung der Ausschreibung konnte sich der Markt auf die gestellten Anforderungen vorbereiten. Daraufhin erfolgte die endgültige Ausschreibung der Gesamtleistung mit entsprechenden Qualitätsvorgaben. Nach Ablauf der Bieterfrist vergab der Kreistag am 18. Februar 2019 den Auftrag an die Firmen Behringer und Stadtbus Tuttlingen Klink. Der Bedarfsverkehr ging an die Bietergemeinschaft Schmidbauer / Fecht.

Für eine Verbesserung der Situation ist das Landratsamt im ständigen Austausch mit den Busunternehmen der betroffenen Linien. Für Fragen, Anregungen und Beschwerden aus der Bevölkerung hat das Landratsamt eine Informations- und Beschwerdestelle eingerichtet. Unter der Telefonnummer 07531 800 1 800 oder per Email regionalbus-konstanz@LRAKN.de werden die Beschwerden gesammelt und weitergegeben.