Kreisbereisung

Gemeinden in der Coronakrise

Landrat Danner mit weiteren Personen
Um sich über die Lage vor Ort zu informieren, suchte Landrat Zeno Danner das Gespräch mit Bürgermeistern und Gewerbetreibenden der jeweiligen Gemeinde; hier zum Beispiel in Bodman-Ludwigshafen. Bildnachweis: Landkreis Konstanz

Die Corona-Pandemie belastet den Landkreis, insbesondere die Kommunen müssen mit den Folgen des Virus kämpfen. Um sich über die Lage vor Ort zu informieren, suchte Landrat Zeno Danner das Gespräch mit Bürgermeistern und Gewerbetreibenden der jeweiligen Gemeinden.

In diesen Punkten waren sich die Gemeinden einig: Grenzschließungen zur Schweiz sowie Schul- und Kindergartenschließungen dürfe es in dieser rigorosen Form nicht mehr geben. Sowohl die wirtschaftlichen als auch die sozialen Beziehungen haben unter diesen Maßnahmen stark gelitten. Diese Beschlüsse wurden zwar auf Bundes- beziehungsweise Landesebene getroffen, dennoch machte Landrat Zeno Danner klar, eine Wiederholung nach Möglichkeit zu vermeiden.

Dafür setzt sich der Landkreis bereits ein, indem beispielsweise ein regelmäßiger Austausch mit benachbarten Landkreisen und Kantonen initiiert wurde. „Pandemiebekämpfung schaffen wir nur gemeinsam mit wirksamen und nachvollziehbaren Mitteln“, ist sich Landrat Danner sicher. Auch ein enger Austausch zwischen dem Landkreis und den Gemeinden sei dafür unabdingbar, da je nach Steigerung der Neuinfektionen die Gemeinden oder der Kreis in der Verantwortung für das weitere Vorgehen stehen. Eine Herausforderung war für alle Gemeinden die häufig kurzfristig umzusetzenden Corona-Verordnungen des Landes.

Was Kindergärten und Schulen aus der bisherigen Krise gelernt haben: Hygienekonzepte sind unabdingbar, um Kontaktpersonen einzuschränken und gegebenenfalls nur einzelne Klassen oder Gruppen und nicht die ganze Schule schließen zu müssen. Wenn sich das Geschehen klar nachvollziehen und abgrenzen lässt, können die Folgemaßnahmen dementsprechende reduzierter ausfallen. Dies gilt entsprechend auch für Betriebe. Landrat Danner erklärt: „Wir wollen Maßnahmen so gut wie möglich auf Einzelgeschehen anwenden, um ein weitgehend normales Alltagsleben zu ermöglichen.“

Die finanziellen Folgen der Krise beurteilen Gemeinden und Unter-nehmen unterschiedlich. Durch Urlaubsstornierung gespartes Geld wurde in den Gartenbau oder in die Hausrenovierung investiert, die Gastronomie- und Tourismusbranche hingegen leidet stark unter den im Frühjahr ausgebliebenen Gästen und Reisebeschränkungen. Noch härter hat es die Veranstaltungsbranche getroffen.

Die Steuereinnahmen fallen in der Folge vielerorts geringer aus, was sich auf den Haushalt der Gemeinden und des Kreises auswirkt, wenn auch zeitverzögert. Dennoch sieht es Landrat Danner als ein falsches Signal, Projekte generell zu streichen, um Geld einzusparen: „Als öffentliche Verwaltung sollten wir gerade jetzt Projekte wie Straßen- oder Gebäudebau weiter voranbringen, um Firmen aus der Region wirtschaftlich zu unterstützen.“

Bürgermeister und Gewerbetreibende freuten sich im Allgemeinen, dass sich die allermeisten an die Coronagrundregeln wie Mund-Nasen-Schutz, Abstand und Hygienemaßnahmen halten. Gleich-zeitig muss die Disziplin weiter hoch bleiben. Landrat Danner richtete daher einen Appell an seine Gesprächspartnerinnen und -partner: „Wir brauchen Sie in der Krise als Multiplikatoren. Gehen Sie in die Vereine, ihren Betrieb zu ihren Kunden und verdeutlichen Sie, dass die Krise noch nicht überstanden ist und es auf das Mitwirken jedes einzelnen ankommt. Gegen das Coronavirus können wir nur gemeinsam vorgehen.“

Um die Bürgerinnen und Bürger stärker für die Gefahren der Pandemie zu sensibilisieren, hat der Landkreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden auch eine Präventionskampagne gestartet: „Wir bleiben ON. Jetzt dranbleiben und Corona ausschalten.“ Weitere Infos dazu gibt es auf: www.wir-bleiben-on.de