Skelette beim Schulneubau in Allensbach-Hegne geborgen

Skelettfund
Freigelegte Bestattung, die beim Schulneubau des Marianums am Kloster Hegne im September entdeckt wurde.
Bildnachweis: Landratsamt Konstanz

Bei den Aushubarbeiten zum Schulerweiterungsbau des Marianums wurden am 23. September 2020 drei menschliche Skelette am Kloster Hegne bei Allensbach entdeckt. Zusammen mit Mitarbeitern der Landesdenkmalpflege hat Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald die noch undatierten Bestattungen in einer eintägigen Rettungsgrabung geborgen.

Auf erste archäologische Spuren war die Kreisarchäologie bereits im Juli 2020 bei einigen Probeschürfen im Baufeld des neuen Schulgebäudes nördlich des bestehenden Campus gestoßen. In einer Ecke der künftigen Baufläche entdeckten die Archäologen die Reste einer Siedlungsgrube. Sie enthielt nur einen möglicherweise aus der Jungsteinzeit stammenden Feuersteinabschlag und keine weiteren Funde, die eine genaue zeitliche Einordnung erlauben würden. Beim Beginn der Bauarbeiten im September wurden daher die Erdarbeiten regelmäßig überwacht. Weitere Siedlungsreste kamen dabei aber nicht zutage. Überraschend war dann die Meldung, dass Knochenreste an ganz anderer Stelle der etwa 130 m langen Baufläche bei Baggerarbeiten zum Vorschein kamen. Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald stellte an drei Stellen zum Teil beschädigte menschliche Skelette in etwa 60-80 cm Tiefe fest.

Zusammen mit Caroline Bleckmann und Tom Sauerländer vom Landesamt für Denkmalpflege sowie dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Dr. Herman Schmid konnte Hald in einer nur eintägigen Rettungsgrabung die Gräber dokumentieren und bergen. „Es handelt sich um die Gebeine von zwei erwachsenen Personen und eines Kindes, die etwa in Nordwest-Südost-Ausrichtung mit Schädel im Westen bestattet wurden“, so Jürgen Hald. „Beigaben waren keine vorhanden. Die einheitliche Orientierung und übliche Rückenlage der Verstorbenen sprechen für reguläre Bestattungen eines kleineren Gräberfelds, das bei den Bauarbeiten randlich erfasst wurde“. Das genaue Alter lässt sich ohne naturwissenschaftliche Datierungen jedoch nicht genauer einschätzen. So muss derzeit offenbleiben, ob es sich bei den Gräbern um Bestattungen aus der Zeit des Schlosses Hegne, des älteren mittelalterlichen Dorfes oder aus prähistorischen Zeiten handelt. Durch die rasche Fundbergung sind für die Bauarbeiten keine Verzögerungen entstanden.