Gewinner des Klimaschutzpreises 2022

mehrere Personen auf einer Bühne
Prämierung aller Siegerprojekte des Klimaschutzpreises Landkreis Konstanz 2022 (von links: Jens Laufer und Matthias König (allsafe GmbH & Co. KG), Hilmar Hofman, Meike Hein und Neyne Ekhteira (Universität Konstanz), Landrat Zeno Danner, Thorsten Dahmen, Gunter Lange, Brenda Pimentel-Dahmen, Benjamin und Ann-Christine Biesinger, Jochen Brugger, Uschi Rottinger und Cosima Breitkopf (Eichendorff Realschule Gottmadingen).
 
Bildnachweis: Landratsamt Konstanz

Rund 60 Teilnehmende kamen am 19. Oktober 2022 zur erstmaligen Verleihung des Klimaschutzpreises des Landkreises sowie dem anschließenden Unternehmensdialog unter dem Motto „Energie und Wirtschaft im Wandel“ in das Bodenseeforum in Konstanz. Vorher besuchte Landrat Zeno Danner drei von fünf Preisträgerinnen und Preisträgern aus Gottmadingen und Konstanz vor Ort und überreichte die zwischen 2.500 und 5.000 EUR dotierte Auszeichnung.

Im Vorfeld des Abends begab sich Landrat Danner auf eine Preisträger-Rundreise. Am Vormittag ging es zunächst zur Eichendoff Realschule in Gottmadingen, wo Landrat Danner den überraschten Schülerinnen und Schülern des Klassenprojekts „Unsere Zukunft - weniger Energie verbrau­chen, mehr regenerative Energie (selbst) erzeugen“, der heutigen 9d, sym­bolisch einen Scheck über 2.500 Euro überreichte. Das Klassenprojekt be­fasst sich auf vielfältige und ideenreiche Weise mit den Aspekten der Energiewende und des Klimaschutzes, dass es in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanagement im Landratsamt zu einem Lernkoffer weiterent­wickelt und damit hoffentlich künftig den Weg in viele weitere Klassenzim­mer finden wird.

Am Nachmittag besuchte Landrat Danner das zweite Siegerprojekt im KinderKulturZentrum, kurz KiKuZ, in Konstanz. Zwölf Kinder drehten im Rahmen eines Sommerferienprogramms einen Kurzfilm mit dem Titel „Wenn wir uns nicht beeilen, ist es vielleicht zu spät!“. Initiiert wurde das Projekt von Luisa Hoffmann. Im Fokus des Films stand der Klimawandel und seine Folgen und was jeder einzelne tun kann. Fazit des Films: Es braucht Veränderung, gemeinsam kann das erreicht werden. Fazit der Jury: Prämie­rung des Projekts mit 2.500 Euro.

Der dritte Besuchstermin führte Landrat Danner in den Neubau eines mehr­geschossigen Dreifamilienhauses in Konstanz, Holzbau in KfW 40 Plus-Bau­weise mit smarter Energiesteuerung über eine Wetterstation in Verbindung mit der eigenen PV-Anlage, Wärmepumpe und Speicherung.  Doch nicht nur der energetische Standard, sondern das Projekt als Gemeinschaftswerk dreier „Häuslebauer“-Parteien hat die Jury überzeugt. So ein Projekt braucht Mut, Gemeinsinn und Durchhaltevermögen. Die drei am Projekt beteiligten Familien freuten sich sehr über die Auszeichnung, dotiert mit 5.000 Euro.

Am Abend kamen alle Preisträger im Bodenseeforum zur feierlichen Preis- und Urkundenübergabe im Rahmen des Unternehmensdialogs „Energie und Wirtschaft im Wandel“ zusammen. Hierbei wurden dann auch die Preisträgerinnen und -träger in der Kategorie III, Unternehmen und öffentliche Institutionen, ausgezeichnet: Der Podcast „Die Grüne Lupe“ der Universität Konstanz und das Unternehmen allsafe GmbH & Co. KG aus Engen.

Der Podcast „Die Grüne Lupe“ befasst sich in der ersten Staffel mit den „17 Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen, wozu auch der Klimaschutz gehört. Die Podcasterinnen Luisa Hoffmann und Meike Hein gelingt hier immer wieder aufs Neue der Spagat zwischen Universität und Gesellschaft, zwischen Theorie und Praxis. Diesen Beitrag zum Wissens­transfer fand die Jury unbedingt auszeichnungswürdig und wünscht sich weitere spannende Podcast-Folgen und einen wachsenden Kreis an Follow­ern. Luisa Hoffmann ist damit gleich in zwei Kategorie für ihr Engage­ment für den Klimaschutz ausgezeichnet worden.

Den fliegenden Wechsel zu den folgenden Impulsvorträgen machte die abschließende Auszeichnung der allsafe GmbH & Co. KG für das Projekt „allsafe wird blauer Pionier“. Allsafe, Zulieferer aus Engen und Experte in Sachen Ladungssicherung, konzentriert sich auf die Umsetzung einer Kreis­laufwirtschaft, die Erhaltung vorhandener Ressourcen und entwickelte hieraus neue Geschäftsfelder. Geschäftsführer Jens Laufer bat zu Beginn seines Vortrags alle anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer sich zu fragen, ob sie ihr eigenes Geschäftsmodell noch mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Im ersten Impulsreferat des Abends unter dem Titel „Reuse & Recycle, Kreislaufwirtschaft als Erfolgsfaktor“, stellte Laufer die eigenen Beweggründe und den daraus folgenden Weg zur Umsetzung einer nachhaltigeren Produktion von der ersten CO2-Bilanz bis hin zur Regionali­sierung der Lieferketten anschaulich dar. Ein Weg, der sich zu gehen lohnt und viel Applaus erntete.

Im zweiten Unternehmensimpuls lieferte Clemens Fleischmann, Geschäfts­führer der Randegger Ottilien-Quelle GmbH, dem Publikum einen Überblick zur gelebten und nachhaltigen Geschäftsphilosophie seines Familienunter­nehmens. Dort setzte man bereits frühzeitig auf erneuerbare Energien und eine nachhaltige Produktion. Die Photovoltaikanlage auf dem Produktions­dach deckt bereits den eigenen Bedarf an Strom. Eine Solarthermieanlage auf dem Firmengelände, die an das Wärmenetz von Randegg angeschlossen ist, liefert zudem Wärme für die Reinigung der Glasflaschen.

Mit einem Beitrag zum Thema Biodiversität, Klima- und Umweltschutz in Unternehmen gab Jürgen Riedlinger, Geschäftsführer der Fruchthof Konstanz GmbH, den Teilnehmern bildhaft und mit viel Witz weitere Impul­se mit auf den Weg, beziehungsweise mit aufs Dach. So führte Riedlinger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch seinen Wald auf dem Firmen­dach samt Biotop und wilden Orchideen und auch auf den Lastwägen findet sich das entscheidende Detail fast unsichtbar auf den Dächern: PV-Paneele für die Kühlung der Transportgüter.

Der Klimaschutzpreis 2023 wird wieder im Frühjahr ausgeschrieben. Bewer­bungsfrist wird der 30. Juni 2023 sein. Für weitere Informationen oder Rückfragen steht das Amt für Klimaschutz und Kreisentwicklung unter Klima-Wirtschaft@LRAKN.de zur Verfügung. Weitere Infos gibt es außer­dem unter www.LRAKN.de/klimaschutzpreis.