Das Kreisforstamt informiert - Hinweis zur Borkenkäferbekämpfung

Foto: pixabay

Die Schäden in den Wäldern des Landkreises Konstanz durch die Trockenheit des Jahres 2018 und den Borkenkäferbefall haben sich deutlich erhöht. Die durch Trockenheit und Borkenkäfer verursachte bisherige Schadmenge beträgt über 30.000 Festmeter Holz in 2019. Die überwiegend trockene Witterung des Winters hat die Entwicklung der Borkenkäfer als Hauptschädlinge der Nadelbäume nicht unterbrochen.

Der Neubefall mit Borkenkäfer hat  an Ostern 2019 begonnen. In den bisherigen Schadgebieten und teilweise in Waldbeständen, in denen vorher kein Borkenkäferbefall festgestellt wurde, ist schon den ganzen Winter über immer wieder vom Borkenkäfer befallenes Holz angefallen. Mit der Zunahme der Tagestemperaturen sind die gestressten Nadelbäume (vor allem Fichten und Tannen) eine ideale Brutstätte der Borkenkäfer.


Das Kreisforstamt bittet deshalb die Privatwaldbesitzer das Käferholz in den nächsten Wochen mit höchster Priorität aufzuarbeiten und Frischholzhiebe vorerst zurückzustellen. Ebenfalls in ihrer Vitalität geschwächt, sind Bäume die vom Sturm angeschoben oder deren Gipfel gebrochen sind.


Ein besonderes Augenmerk ist dabei auch auf die Weißtanne zu legen. Einzelne rotwerdende Äste sind bereits ein sicherer Hinweis darauf, dass der Baum befallen ist. Diese Bäume müssen ebenfalls gefällt und rasch einer Verwertung zugeführt werden. Alte Käferbäume ohne Rinde können noch stehen gelassen werden, um den angespannten Holzmarkt nicht mit zusätzlichem Holz schlechter Güte zu belasten.
 
Sofern die Privatwaldbesitzer weitere Informationen vor allem zur Holzaufarbeitung, Holzsortierung und Holzverkauf wünschen, sollten sie sich an ihren zuständigen Forstrevierleiter wenden.
 

Hinweis nach § 68 Landeswaldgesetz (LWaldG)zur Borkenkäferbekämpfung 
Das Landratsamt Konstanz, Kreisforstamt weist darauf hin, dass nach den Bestimmungen des Landeswaldgesetzes und des Pflanzenschutzgesetzes die Waldbesitzer verpflichtet sind, zur Abwehr von Waldschäden, insbesondere der Ausbreitung von Borkenkäfern folgende Maßnahmen durchzuführen:
 
intensive Kontrolle des Waldes durch den Waldbesitzer
sofortige Aufarbeitung der vom Käfer befallenen Bäume
zügige Abfuhr oder Entrindung der eingeschlagenen Hölzer bis 15.07.2019
 
Zur Ausführung dieser Maßnahmen setzt das Kreisforstamt
gem. § 68 Abs. 1 LWaldG
Frist bis spätestens 15.07.2019 
Die Waldbesitzer können sich der Beratung der örtlich zuständigen Forstrevierleiter bedienen. Sofern Sie zur Durchführung der Arbeiten nicht selbst in der Lage sind, kann das Forstamt diese gegen Kostenersatz selbst ausführen oder Unternehmer vermitteln.
 
Bei Nichtbeachtung dieses Hinweises müssen die Waldbesitzer mit einer forstaufsichtlichen Anordnung rechnen, deren Umsetzung kostenpflichtig erzwungen werden kann.
 

Folgende Merkmale deuten auf den Befall mit Borkenkäfern hin:

  • "Spechtspiegel" unterhalb der Krone; das sind Stellen an der Baumrinde, wo der Specht die äußere Rindenschicht weggehackt hat, um an die Borkenkäfer, die in der Rinde sind, heranzukommen.
  • Abblätternde Rindenteile; auf der Innenseite der Rinde sind Fraßgänge sichtbar. Teilweise kann man hier auch Larven oder Käfer finden, die in der Rinde überwinterten.
  • Vergilben und anschließende Rötung der Nadeln bzw. der Baumkronen.
  • Braunes Bohrmehl am Stammfuß der Nadelbäume und Einbohrlöcher am Stamm, sowie starker Harzfluß


Über die gesetzte Frist hinaus ist es notwendig, dass die verbleibenden Bäume im Bereich von Befallsherden und im gesamten Wald durch den Waldbesitzer regelmäßig auf Käferbefall hin kontrolliert werden. Die betroffenen Bäume müssen dann sofort eingeschlagen, entrindet und entseucht werden.