Borkenkäfer im Wald

Tote Bäume
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Buchdrucker und Kupferstecher gelten als die bedeutendsten Schädlinge im Wirtschaftswald. Insbesondere durch den Anbau der schnellwachsenden Fichte in tieferen Lagen und den Folgen des Klimawandels wird der Verbreitung der Käfer Vorschub geleistet. Buchdrucker und Kupferstecher haben sich auf die Baumart Fichte spezialisiert und leben mit dieser im Bereich der natürlichen Verbreitung z.B. im Bergmischwald in Einklang. Heiße Trockenjahre fördern die Entwicklung der Käfer und reduzieren gleichzeitig die Abwehrkräfte der Fichten. Durch diese Veränderungen entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Borkenkäfer. Diese sorgen für ein flächiges Absterben der Bäume, was zu einer deutlichen Entwertung des Holzes sowie zum Zusammenbruch des gesamten Holzmarktes führen kann.

Die einzige Möglichkeit einer massiven Ausbreitung entgegenzuwirken, ist die frühzeitige Kontrolle der Fichten im Wald. Sobald die Temperaturen ca. 16°C erreichen beginnen die Käfer zu fliegen. In besonnten Bereichen sind die Buchdrucker und Kupferstecher schon bei niedrigeren Temperaturen aktiv. Da sich die Käfer exponentiell vermehren – Ein einziges Käferweibchen kann unter den besten Bedingungen in einem Jahr über 5000 Nachkommen hervorbringen – ist ein frühzeitiges Eingreifen entscheidend wichtig.

Alle Waldbesitzer sind zur Abwehr von Waldschäden, insbesondere zur Verhinderung der Ausbreitung von Borkenkäfern, verpflichtet. Die Bedingungen für eine Früherkennung sind derzeit optimal. Frische Befallsherde verraten sich durch folgende Anzeichen:

  • Spechtspiegel: Stellen, an welchen der Specht die äußere Rindenschicht weggehackt hat, um an die Borkenkäfer, welche sich unter der Rinde aufhalten, heranzukommen.
  • Abblätternde Rindenteile: auf der Innenseite der Rinde sind Fraßgänge sichtbar. Teilweise kann man hier auch Larven oder Käfer finden, die in der Rinde überwinterten.
  • Verfärbung: Vergilben und anschließende Rötung der Nadeln bzw. der Baumkronen.

Bäume, die Anzeichen eines Borkenkäferbefalls zeigen, müssen umgehend aufgearbeitet und entrindet werden. Alternativ können diese auch gerückt und in einer Entfernung von mindestens 500m zum Wald gelagert werden.

Die Waldbesitzer können sich der Beratung der örtlich zuständigen Forstrevierleiter bedienen. Sofern Sie zur Durchführung der Arbeiten nicht selbst in der Lage sind, kann das Forstamt diese gegen Kostenersatz selbst ausführen oder Unternehmer vermitteln.

Im Anschluss an die Aufarbeitung müssen die verbleibenden Bäume weiterhin auf einen Neubefall in einem zweiwöchigen Turnus kontrolliert werden.