Bio-Essen in der Gemeinschaftsverpflegung

Kantine
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Am 11. Mai fand die Auftaktveranstaltung des Modellprojekts „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ statt. Die Bio-Musterregionen Bodensee sowie Heidenheim Plus und Freiburg haben dieses Frühjahr zusammen mit ihren jeweiligen sieben Pilotbetrieben den Projektzuschlag erhalten.

Gefördert und fachlich betreut wird das zweijährige Projekt vom Minis­terium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die Organisation vor Ort obliegt dem Regionalmanagement der Biomusterregion. In der Bio-Musterregion Bodensee ist Lucile Huguet dafür zuständig. Im Rahmen des Projekts verfolgen die ausgewählten Pilotbetriebe folgende Ziele:

  • Durchführung der DGE-Zertifizierung (Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.) und der Bio-Zertifizierung
  • Erhöhung des Einsatzes möglichst regionaler, ökologisch erzeugter Lebensmittel auf mindestens 30 Prozent im Wareneinsatz eines gesamten Jahres
  • Reduktion der Lebensmittelverluste

Für diese hoch angesetzten Ziele konnten sich in der Bio-Musterregion Bodensee sieben Einrichtungen begeistern:

  • Spitalstiftung Konstanz, Küchenleitung: Thomas Renz, Konstanz
  • Küche im Altenpflegeheim Marienhaus mit dem Haus „Don Bosco“, Küchenleitung: Thomas Winkler, Konstanz
  • Küche im Konradihaus mit der integrativen Kita „Die Arche“, Projektleitung: Ludger Ferber-Thiel, Küchenleitung: Petra Melchers
  • Kinderhaus St. Gebhard, Kinderhausleitung: Lena Gebauer, Konstanz
  • Maier Partyservice & Catering, Stellvertretende Geschäftsführung: Sandra Maier, Stockach
  • Betriebskantine Glashauscafé Liebenauer Landleben GmbH, Stiftung Liebenau, Bereichsleitung: Karl Herzog, Meckenbeuren
  • Betriebskantine der Sparkasse Bodensee in Zusammenarbeit mit Fairfood am See GmbH, Ansprechpartner Sparkasse: Walter Lorenz, Betreiber: Michael Ganser, Friedrichshafen

Bei dem Austausch wurden potenzielle Stolpersteine offen und konstruktiv diskutiert. Für kleine Betriebe sei die Belieferung mit regionalen Produkten wegen des logistischen Aufwands und des Preis-Leistungs-Verhältnisses eine besonders große Herausforderung. Für die Großküchen hingegen stellt sich die Frage, ob die benötigten Mengen in einer gleichbleibenden Qualität bzw. in geeigneten Verpackungseinheiten erhältlich sind. Offen ist auch, wie die Pilotprojekte die höheren Kosten der Bio-Lebensmittel mit dem teilweise festgelegten Mittagssatz vereinen können. Um diese Themen wird es in den Gruppencoachings und Bera­tungsmodulen des Projekts durch die Biomusterregion und das Ministerium gehen.

Die Fragen nach den regionalen Lieferanten und nach der Logistik werden in einem Teil­projekt erörtert. Die Bio-Musterregion setzt sich dafür ein, dass regionale Bio-Wertschöpfungsketten (WSK) für die Gemeinschaftsver­pfle­gung aus- bzw. aufgebaut werden. Als Instrument dafür wird in den kommenden Wochen ein runder Tisch zur Gemeinschaftsverpflegung ins Leben gerufen, bei dem alle Akteure der WSK von der Erzeugung über die Küche und die Vorverarbeitung bis hin zum Handel gemeinsame Lösungen erarbeiten. Die Fortschritte des Arbeitskreises können zukünftig auf der Homepage der Bio-Musterregion Bodensee eingesehen werden.

Die Erkenntnisse und Fortschritte des Projekts bilden einen wichtigen Baustein, um das Ziel der Landesregierung 30 bis 40 % der landwirt­schaft­lichen Flächen bis 2030 ökologisch zu bewirtschaften, zu erreichen. Mit der Steige­rung der Nachfrage durch den Einsatz von regionalen Bio-Lebens­mitteln in der Gemeinschaftsverpflegung kommt die Bio-Musterregion Bodensee diesem Vorhaben immer näher.