Ausbildungschancen sichern: Gemeinsame Erklärung der Landkreise Konstanz, Lörrach und Waldshut

Pfeile, die in verschiedene Richtungen zeigen
Bildnachweis: Pixabay

Die Landkreise Konstanz, Lörrach und Waldshut, die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, die
Handwerkskammern Konstanz und Freiburg, die Agenturen für Arbeit Konstanz-Ravensburg und Lörrach sowie die
Fachkräfteallianz Südwest geben die folgende gemeinsame Erklärung ab:

Die Corona-Krise stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Fast alle Unternehmen mussten Umstellungen
in den betrieblichen Abläufen organisieren und sich auf teils erheblich veränderte Marktbedingungen einstellen.
Dies hat auch vor den Auszubildenden in den Betrieben nicht haltgemacht.

Ausbildung hat für die Unternehmen aus allen Branchen einen ungemein hohen Stellenwert. Der bestehende Fachkräftemangel in der Region war und ist für die Unternehmen zudem eine wichtige Motivation, selbst auszubilden. Die grundsätzliche Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in den Landkreisen ist deshalb unverändert hoch und vielerorts begegnen ausbildende Unternehmen der Krise mit viel Kreativität und Flexibilität.

Dennoch hat die aktuelle Situation nachhaltige Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt. Die Unterzeichner
appellieren daher an die Unternehmen in den Landkreisen Konstanz, Lörrach und Waldshut, auch in diesem Jahr
genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Wer jetzt nicht in Ausbildung investiert, lässt
Zukunftschancen ungenutzt. Nicht zuletzt kommen Unternehmen, die ausbilden, ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung nach.

Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfen Ausbildungsbetriebe jedoch nicht allein
gelassen werden. Die von der Bundesregierung vorgesehene Ausbildungsprämie ist daher ein wichtiges Signal. Sie
sollte schnellstmöglich und unbürokratisch umgesetzt werden, denn der Countdown für den Beginn des neuen
Ausbildungsjahres im September läuft und die Unternehmen brauchen jetzt Planungssicherheit.

Die Agenturen für Arbeit stellen Jugendlichen ein breites Informations- und Vermittlungsangebot zur Verfügung.
Auch die Kammern unterstützen bei der Berufsorientierung, begleiten Auszubildende vom Start bis zur Prüfung
und helfen Betrieben mit intensiver Beratung, die Ausbildungsqualität auch unter erschwerten Bedingungen zu
sichern. Gemeinsam mit den Unternehmen in der Region werden sie pragmatische Lösungen finden und neue
Wege gehen, um die Corona-Krise nicht zur Ausbildungskrise werden zu lassen.

Die Schülerinnen und Schüler von heute dürfen nicht zur ‚Generation Corona‘ werden, sondern sollen zu Fachkräften ausgebildet werden, die die Wirtschaft und das Leben in der Region in Zukunft gestalten.

Jugendliche sollen sich ermutigt fühlen, die vielfältigen Angebote wahrzunehmen und mit Unterstützung ihrer Eltern und Lehrer das Spektrum der Möglichkeiten ausloten. Für sie gilt: Berufsorientierung ist Zukunftsorientierung – und die war nie wichtiger als heute.