Masernerkrankungen im Landkreis Konstanz

Foto: pixabay

In den vergangenen Wochen wurden dem Kreisgesundheitsamt insgesamt vier neue Fälle an Masernerkrankungen gemeldet. Der Bevölkerung wird empfohlen, dringend den Masernimpfschutz von Kindern sowie von Erwachsenen, die nach 1970 geborenen wurden, zu überprüfen.

Die Durchimpfungsraten bei den Einschulungskindern im Landkreis Konstanz liegen aktuell in Bezug auf die erste Masernimpfung bei 94,6 Prozent, für die zweite Masernimpfung (Sicherungsimpfung) bei 87,6 Prozent. Erst ab einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung ist davon auszugehen, dass eine komplette sogenannte „Herdenimmunität“ in der Bevölkerung entsteht, die weitgehend sicherstellt, dass bei vereinzelt auftretenden Masernfällen (importierten Fällen) keine weiteren Folgeerkrankungen mehr auftreten. Eine Herdenimmunität besteht demzufolge im Landkreis Konstanz nicht. 2018 waren kreisweit 10 Erkrankungen zu verzeichnen, 2017 wurde kein Fall gemeldet.

Treten Masernerkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen) auf, können nicht ausreichend geimpfte Kinder, Lehrer und Erzieher die Einrichtungen für die Dauer von 14 bis zu 21 Tagen nicht mehr besuchen (Schul-, Kindergartenausschluss).

Viele der nach 1970 geborenen Personen haben keine Masernerkrankung in der Kindheit durchgemacht und verfügen auch über keinen ausreichenden Masernimpfschutz.

Masern sind keine „Kinderkrankheit“

Masern beginnen mit Fieber, einer Augenbindehautentzündung, Schnupfen und Husten. Sie zeigen einen zweigipfligen Krankheitsverlauf. Der maserntypische Hautausschlag erscheint erst am dritten bis siebten Tag nach Auftreten der ersten Symptome und geht mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einher.

Eine Masernerkrankung kann schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Noch etwa sechs Wochen nach Auftreten der Masern besteht eine vorübergehende Immunschwäche mit einer erhöhten Empfindlichkeit für bakterielle Infektionen. Gehäuft treten Ohren- und Lungenentzündungen sowie Durchfallerkrankungen auf.

Eine weitere gefürchtete Komplikation sind durch Masernerkrankungen ausgelöste Entzündungen des Gehirns, die auch tödlich verlaufen können.

Weitere Informationen finden unter: www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern