Landesförderung für Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindung zwischen Konstanz und Singen

Radschnellweg (Symbolbild)
Foto: ADFC | Christoph Mischke

Ist eine Radschnellverbindung zwischen Konstanz und Singen möglich? Um diese Frage in einer Machbarkeitsstudie zu klären, erhält der Landkreis Konstanz nun eine finanzielle Förderung durch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg in Höhe von rund 82.000 Euro. Das Konzept der Radverbindung zwischen Konstanz und Singen gilt als wichtiger Baustein der künftigen Ausrichtung des Radverkehrs.

„Die Machbarkeitsstudie ist ein entscheidender Schritt in Richtung eines möglichen Radschnellwegs zwischen Singen und Konstanz“, sagt Landrat Frank Hämmerle. „Wir freuen uns daher über die Förderung durch das Verkehrsministerium und sind jetzt schon gespannt auf die Ergebnisse der Studie“, so Hämmerle weiter.

Radschnellverbindungen sind eine in Deutschland neue Kategorie der Radverkehrsinfrastruktur. Sie eignen sich besonders für wichtige Pendlerachsen. Alltagswege zur Arbeit, zur Schule oder den täglichen Einkauf lassen sich schnell, gesund, umweltschonend und kostengünstig mit dem Fahrrad erledigen. Mit der Schaffung von Radschnellverbindungen besteht das Anliegen einer Verbindung zwischen wichtigen Städten einer Region über eine größere Distanz. Mit der Trassenfindung soll eine durchgängige, attraktive und sichere Befahrbarkeit mit hohen Geschwindigkeiten gewährleistet werden, um Zeitverlust durch Warten und Anhalten zu minimieren. Eine durch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg beauftragte „Potentialanalyse für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg“ aus dem Jahr 2018 unterstreicht die hohe Relevanz einer Radschnellverbindung im Landkreis Konstanz: Rund 2.400 Radfahrer pendeln täglich zwischen Konstanz und Allensbach. Eine Weiterführung über Radolfzell nach Singen würde das Pendeln mit dem Fahrrad im Landkreis noch attraktiver machen.

Nach der Bewilligung des Förderantrages findet derzeit die Ausschreibung zur Erarbeitung der Machbarkeitsstudie statt. Mit Vergabe an ein geeignetes Fachbüro kann die Untersuchung der Radschnellverbindung und ein begleitendes Bürgerbeteiligungsverfahren begonnen werden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie erfolgt die Untersuchung und Beschreibung eines Streckenverlaufs.

Ziel ist eine lückenlose Radschnellverbindung zwischen den großen Kreisstädten Konstanz, Radolfzell und Singen. Diese Verbindung stellt das Potential einer starken Verkehrsentlastung und Verlagerung von motorisiertem Verkehr auf das Fahrrad dar. Eine potentielle Verbindung zwischen den stark frequentierten Städten kann einen wichtigen Beitrag zur Stauvermeidung und Luftreinhaltung in der Region leisten.

Ein Blick über die Grenze des Bundesgebietes zeigt, dass bereits zahlreiche Radschnellverbindungen realisiert wurden oder kurz vor der Umsetzung stehen. Besonders starker Ausbau von Radschnellverbindungen findet in den Niederlanden statt. Auch um Kopenhagen und London bestehen bereits mehrere Radschnellverbindungen.